Versatel nähert sich langsam der Gewinnzone

19. März 2009, 11:32
posten

Verzicht auf teure Kundenwerbung und eigenen Netzausbau - Kostensenkungen und geringere Investitionen

Düsseldorf - Der deutsche Telekommunikationsanbieter Versatel arbeitet sich mit dem Verzicht auf teure Kundenwerbung langsam in Richtung Gewinnzone vor. 2008 erreichte das börsenotierte Unternehmen seine Prognosen für Umsatz und operatives Ergebnis. Der Erlös stieg um 8,8 Prozent auf 762 Mio. Euro, wie Versatel am Donnerstag mitteilte. Durch Kostensenkungen stieg der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10,4 Prozent auf 211 Mio. Euro. Die angepeilte Halbierung des Jahresverlustes gelang dagegen nicht. Wegen Sonderabschreibungen im vierten Quartal schrumpfte der Fehlbetrag nur um 38 Mio. auf 51 Mio. Euro.

Versatel nimmt für das geplante profitable Wachstum ein schwächeres Wachstum der Kundenzahl in Kauf. Aggressiver Kundenfang in der Telekombranche ist teuer und aufwendig. Stattdessen übernimmt Versatel kleine Netzbetreiber und erhält damit Zugang zu den Haushalten, spart sich Investitionen in den Netzausbau sowie Gebühren, die die Deutsche Telekom für die Nutzung des letzten Leitungsstücks verlangt. Zum Jahresende zählte das Unternehmen 160.000 Kabelkunden.

Für 2008 hatte sich Unternehmenschef Peer Knauer 80.000 neue DSL-Kunden vorgenommen, nun waren es 73.000. Die Investitionen fuhr das Unternehmen um fast 25 Prozent auf 143 Mio. Euro zurück. Der Free-Cash-Flow verbesserte sich über das Jahr und lag am Ende bei minus 30,5 nach rund minus 61 Mio. Euro im Vorjahr.

Mit Geschäftskunden erlöste Versatel drei Prozent weniger, weil der Wettbewerb auf die Preise drückte. Der Umsatz mit Konkurrenten, die das Netz von Versatel für ihre eigenen Angebote nutzen, stieg hingegen um 43 Prozent. Knauer rechnet in beiden Sparten 2009 mit Wachstum. Der Free Cash-Flow soll positiv sein und mindestens 40 Mio. Euro erreichen. Weitere Prognosen machte das Unternehmen nicht. Bisher hatte Knauer für 2009 unter dem Strich eine schwarze Null angestrebt. (APA/Reuters)

Share if you care.