Beschwerden durch Brustkorbfehlbildungen

19. März 2009, 10:26
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Atembeschwerden und eingeschränkte Herzleistung als Folge - Psychische Belastung oft enorm

Innsbruck- Im Brustkorb befinden sich Lunge, Herz und die großen Blutgefäße. Funktionell dient der Brustkorb als Luftpumpe, um das Blut mit Sauerstoff anzureichern. Deformierende Fehlbildungen - wie etwa eine Trichter- oder Kielbrust - können durch die Einengung deutliche Einschränkungen der Funktion dieser Luftpumpe verursachen. Die Brustkorbeinengung kann auch zu Störungen der Herzleistung führen. Diese funktionellen Beeinträchtigungen sind jedoch meist nur gering, sodass Korrekturoperationen eher aus Gründen der körperlichen Entstellung durchgeführt werden.

Psychische Belastung

"Ein fehlgebildeter Brustkorb ist eine Belastung für die Betroffenen - vor allem psychisch", erklärt Anton H. Schwabegger von der Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie Innsbruck. Frauen greifen oft auf Implantate zurück, wenn ihnen das Erscheinungsbild ihrer Brust nicht gefällt. Einige dieser Patientinnen leiden aber, ohne es zu wissen, an einer Brustkorbfehlbildung. Implantate allein verbessern ihre Situation nicht.

Mehrere Korrekturmöglichkeiten

Bis vor zehn Jahren handelte es sich bei den Korrekturen von Brustkorbfehlbildungen noch um eine Nischenbehandlung, viele Ärzte wüssten heute noch gar nicht über alternative Behandlungsmethoden Bescheid, so Schwabegger. Die plastische-rekonstruktive Chirurgie bietet mehrere Möglichkeiten, Trichter- und Keilbrustdeformitäten sowie die selteneren Mischformen zu korrigieren. Nach einem Eingriff sind 75 Prozent der Fehlbildung verschwunden. "Leichte Restdeformitäten und eine kleine Asymmetrie bleiben fast immer, aber die Erscheinung verbessert sich auf jeden Fall stark", sagt Schwabegger.

Korrektur im Jugendalter

Der beste Zeitpunkt für eine Korrektur ist das Jugendalter, da der Körper beinahe ausgewachsen ist, die Strukturen des Brustkorbes wegen ihrer Elastizität aber noch modellierbar sind. Je älter die Patienten sind, desto schwieriger werden korrigierende Operationen im Brustkorbbereich. Falls ein Patient durch die Brustkorbfehlbildung nachweisliche Probleme mit Herz, Lunge oder Kreislauf hat, ist eine Korrektur auch schon im Kindesalter möglich, in manchen Fällen sogar notwendig. (red, derStandard.at)

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