Medienforscher

Computerspiele nicht für Gewalt verantwortlich

19. März 2009, 08:57
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"Man merkt jetzt, dass die Diskussionen nach einem bekannten Muster ablaufen, aber nicht fundiert"

Computerspiele werden aus Sicht des Medienforschers Johannes Fromme allzu oft vorschnell für reale Gewaltexzesse wie den Amoklauf in Winnenden verantwortlich gemacht. "Man merkt jetzt, dass die Diskussionen nach einem bekannten Muster ablaufen, aber nicht fundiert. Es ist alles sehr vorhersagbar, was da kommt", sagte der Professor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Universität Magdeburg. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 17-Jähriger ein Counter-Strike-Spiel oder Ähnliches auf dem Rechner hat, ist relativ hoch. Eigentlich ist das normal."

Warum

Die Mehrheit der Forscher interessiere sich inzwischen für die Frage, warum Jugendliche Computerspiele spielen und nicht mehr, was die Spiele mit den Jugendlichen anstellten, sagte Fromme. Er organisiert noch bis zu diesem Samstag in Magdeburg eine internationale Tagung zum Stand der Computerspieleforschung.

Film

"Die Faszination von Computerspielen hat etwas zu tun mit der Interaktivität, die neu ist und eine andere Erfahrung als beim Film." Die jungen Menschen erlebten sich selbst als jemanden, der etwas bewirken könne, was ihm im Alltag oft nicht gelinge. "Gerade Leute, die eher unauffällig und still sind, sich nichts trauen, haben da ein Feld - und das ist erstmal etwas Positives - wo sie erleben, dass es Wirkung hat, was sie machen."

"Das lernt man vor allem in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen"

Wichtig sei es, den jungen Menschen den Umgang mit Computerspielen beizubringen. "Das lernt man vor allem in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen, über die Resonanz von anderen, die mir wichtig sind. Die wichtigen Partner können auch im Internet sein." Entscheidend sei hier aber auch die Arbeit der Schulen, wo noch einiges im Argen liege.

"Ob man damit Geschehnisse wie in Winnenden verhindern kann, ist eine andere Frage. Ich glaube nicht, dass das nur an mangelnder Medienkompetenz lag, was da passiert ist." Im Abschlussbericht des Amoklaufes von Erfurt im Jahr 2002 habe sich dieses einfache Erklärungsmuster nicht bestätigt. Auch bei dem 17 Jahre alten Amokläufer aus Winnenden hatten Fahnder Killerspiele gefunden und einen deutlichen Zusammenhang zu dem Blutbad hergestellt.

Pauschales

Pauschalen Forderungen, Computer generell aus Kinder- und Jugendzimmern zu verbannen, erteilte Fromme eine Absage. "Das würde ich für unsinnig halten, weil ein Computer ein multimediales Gerät ist, das für alles Mögliche verwendet werden kann." Dazu gehöre, Filme abzuspielen, Radio zu hören und zu telefonieren oder Bücher zu lesen. "Natürlich müssen junge Leute lernen, mit dem Computer und den Risiken, die er birgt, umzugehen. Da gilt das gleiche wie im Straßenverkehr oder beim Umgang mit dem anderen Geschlecht." (APA)

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Chester1980
00
24.3.2009, 13:57

endlich mal ein vernünftiger Artikel was den Amoklauf und computerspiele angeht. es war doch wirklich vorhersehbar, als bekannt wurde daß der Amokläufer Conterstrike hat, daß das spiel dafür verantwortlich ist. hätte er ein anderes shooter spiel gehabt, wäre das eben verantwortlich gewesen. es ist halt einfach, spiele dafür verantwortlich zu machen als die schuld bei den menschen in seiner umgebung zu suchen. warum war er in behandlung, warum hatte er probleme..... ich denke mir das spiel war einfach ein ausweg dampf abzulassen. ich spiele auch spiele um mich abzureagieren aber ich laufe jetzt nicht amok.

Mog Ia
00
20.3.2009, 12:35
...

Diese Möchtegern-Experten sollten mal selbst ein paar Runden spielen. Dann würden sie sehr rasch dahinterkommen, dass wenn man dir fiktive Welt in die Reale umlegen würde, man sofort erkennt, dass selbst der beste Gamer nicht über ein Ratio von 1:3 (3 Erfolge, 1 Niederlage) hinauskommt, man in solchen Situation man praktisch keine "Überlebenschancen" hat und wie sinnlos gewaltsame Auseinandersetzung sind.

JWH
00
22.3.2009, 21:17
epic fail >.<

Wie sie alle spammen wie böse doch die Games sind... komischer weise ist in Ö noch keiner zum Berserker geworden OBWOHL bei uns die beisten spiele uncut erscheinen... dh mit allen gewaltszenen etc. und kübelweise blut...
in D siehts da schon bissl anders aus...
und Counterstrike 1.6 ist auch nicht brutaler als Super Mario... >.<
Leute die hier auf mega-schlau machen und die schuld einem spiel geben sind echt dabei nen epic fail zu begehen.
Was erwartet man von einem 17-jährigen labilen jungen der in einem schützenverein war?
HALLO?... ich mein wenn ich jmd die grundlage biete... so etwas zu machen tja. Vom gamen lernt man nicht wie man Kopfschüsse verteilt... man hat keinen Rückstoss, laden is automatisch, man hat keinen stress etc.

Grünwähler
00
26.3.2009, 23:00
Naja, Stress durchaus schon

aber mit dem Rest haben Sie recht.

Teraniel
01
20.3.2009, 12:28
Menschlichkeit???

Wenn man sich die Menschheitsgschichte so ansieht was fällt einem auf, ausser wir mit der Zeit grösser geworden sind?
Mord, Todschlag, Verstümmelung, Vergewaltigung, Hexenverbrennung, Folter....usw
Der Mensch ist ein Monster, seit es den Menschen gibt bringen wir uns auf teilweise sehr grausame weise gegenseitig um.
Tiere töten nicht, sie jagen. Der Mensch tötet...wieso? Weil es uns im Blut liegt.
So genannte "Amokläufer" (früher nannte man sie anders) gibt es schon immer oder halt zumindest so weit unsere Geschichtsschreibung zurückreicht...und ich bezweifle ernsthaft dass in den Zeitraum so 5000 vor Christus bis relativ knapp vor 1970 all zu viele PCs gab and denen die Amokläufer "trainieren" hätten können.

T.h. omas
00
22.3.2009, 17:10
"seit es den Menschen gibt bringen wir uns auf teilweise sehr grausame weise gegenseitig um. "

Das kann so nicht stehenbleiben.
Es gab ein frühes Stadium des Menschen, in dem Siedlungen z.B. keinerlei Verteidigungsbauwerke aufweisen. Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht, wenn man den nachsteinzeitlichen Menschen strachtet....
Und heutzutage ist Konkurrenz ja zum Götzem erhoben....

kawaii noir
00
20.3.2009, 15:36

"Tiere töten nicht, sie jagen"

Das stimmt so nicht ganz, zB töten Raubkatzen die Jungen anderer Raubkatzen der Nahrungskonkurrenz wegen.

FJ4u
30
20.3.2009, 09:42
oh wunder, gewalt zeugt gewalt!

komisch, wenn leute nach einem kino-brutalfilm auf dem heimweg dinge zerstören, ist allen der zusammenhang klar.
wenn sich kids jahrelang, oft die nächte hindurch,
killerspiele reinziehen, am nächsten tag ihre mitschüler terrorisieren, und im schlimmsten fall eben diese katastrophen passieren, dann war natürlich das marode umfeld des täters schuld.
ich glaube alle diese sogenannten experten, die diese gewaltspiele verteidigen, stehen in irgendeiner geistigen oder eher wirtschaftlichen abhängigkeit zu diesem DRECK.

Bernout
 
01
20.3.2009, 19:11

Diese überdrehte und völlig gekünstelte moralische Entrüstung bitte nächstes Mal bei Krone.at abladen, da ist sie besser aufgehoben.

Sollte Ihr Weltbild übrigens wirklich von den zwei Gegenpolen Schmutz und Sauberkeit bestimmt sein, rate ich einen Arzt zu konsultieren. So ein Händewaschzwang kann auf die Dauer sehr schlecht für die Haut sein.

abau
00
20.3.2009, 15:38
"ich glaube"

dass du von dir und deinem Verhalten beim Konsum von bestimmten Medien, auf gesamte Menschheit schließt.

Die meisten Menschen können sehr wohl zwischen fiktiven Inhalten und der Realität unterscheiden. Nur weil du dir das nicht vorstellen kannst, heißt das eben noch lange nicht, dass es nicht so ist.

Im Übrigen hast du doch sicherlich Belege für die vielen von dir behaupteten Vandalismushandlungen nach dem Besuch von Actionfilmen in Kinos! Bring diese bitte...

Der Biber
13
19.3.2009, 20:48

fällt für mich unter die Kategorie "No-Na_net"

Nur ein geistig völlig minderbemittelter würde eine direkte Beziehung zwischen "Killerspielen" (blödes Wort, denn selbst bei Pac Man musste man andere fressen) und einem erhöhten Gewaltpotential sehen.

Is halt eine einfache Lösung wenn man die Schuld so schön eindeutig zuweisen kann.

Die wahrheit, dass viele Faktoren nämlich:
- Fehlverhalten der Eltern
- Fehlverhalten der Lehrer
- Fehlverhalten der Mitschüler
- mangelnde Perspektive
- und natürlich eine psychische Labilität (wie sie vermutlich nur ein promille Satz aufweist)

in Summe zu dieser Tragödie geführt haben ist halt nicht für eine Schlagzeile gut.

Dr.mumunator
01
20.3.2009, 10:10
Leider..

gibt es gar viele dieser Minderbemittelten.. noch dazu bringen viele irgendwelche "Studien" zum Ausdruck oder sitzen in der Politik (ok, das ist ja nix neues).

willi weimaraner
72
20.3.2009, 01:02
Hier meldet sich ein geistig Minderbemittelter.

Und er behauptet weiterhin, dass Gewaltspiele mit Tötungsfunktionen einen negativen Einfluss auf Jugendliche haben, der (natürlich in sehr seltenen Fällen) bis zu einer realen Tötung reichen kann. Um diesen Schluss zu ziehen, brauche ich keine wiss. Untersuchungen, sondern ich benutze meinen ("nicht vorhandenen") Verstand bzw. die Erfahrung eines 58 Jahre langen Lebens, die mir sagt, dass so ein Tötungsspiel mit seinen hyperrealistischen Bildern einen Gewohnheitseffekt hat, der Hemmschwellen senkt. In wenigen Fällen so weit, dass ein reales Tötungsdelikt draus wird, in anderen Fällen wird vielleicht "nur" ein unblutiges Gewaltverhalten draus.

Grünwähler
00
26.3.2009, 23:02
Wie c't schon einmal treffend bemerkte

jeder Amokläufer hat in den letzten 24 Stunden vor seiner Tat Brot gegessen... also ist Brot daran schuld. Ganz Klar. Oder noch schlimmer, jeder Amokläufer hat Eltern - sofortiges Elternverbot!

Der Biber
01
21.3.2009, 15:14

Amokläufer gabs auch schon vor dem Videospielzeitalter. Somit ist bewiesen dass kein kausaler Zusammenhang zwischen "Killerspielen" und real vollzogenem Amoklauf vorhanden sein kann.
Gewalt ist ein tief verwurzelter Teil unseres Wesens als Menschen und war ja auch mal ganz nützlich fürs überleben. Die Frage ist wie geht man heute damit um.
Eine gewisse Abstumpfung gegenüber Gewalt durch die Medien will ich gar nicht abstreiten.
Aber ich bleibe dabei, ein psychisch gesunder Mensch wird durch Spiele nicht zum Mörder. Und ein "Irrer" wird so oder so zum Mörder.

willi weimaraner
20
21.3.2009, 17:36

Musss Ihnen da leider widersprechen. In unserem Teil der Erde gab es vor den die Gewaltschwelle senkenden Filmen und Videospielen keine Amokläufe. Seither durchaus. Im Übrigen sehe ich die Wirkung dieser Medien nicht nur im Hinblick auf die immer noch sehr seltenen Amokläufe, sondern auch im Hinblick auf die deutlich zunehmende generelle Gewaltbereitschaft der Jugendlichen. Oder wollen Sie sagen, die heute "üblichen" Gewalttätigkeiten an Schulen hätte es in dieser Intensität früher auch gegeben?

Andreas Schneider
00
23.3.2009, 17:06

brrr... googeln sie. lernen sie geschichte. lesen sie bücher, oder biografien.

ihr naives "mit mir hat die welt begonnen"-weltbild taugt nicht als grundlage für sinnvolle postings.

amokläufe sind in europa und amerika seit mindestens hundert jahren belegt. gewalt an (eher vor) schulen gabs vor, während und nach dem zweiten weltkrieg in mindestens dem ausmaß wie heute.

wenn sie schon keine ahnung davon haben, wie's bei uns früher war, dann schauen sie wenigstens über den tellerrand in andere gegenden, mit drastisch höherer gewalt. glauben sie, die jugendlichen in den frz. vorstädten spielen computerspiele? oder kinder in brasilianischen slums? oder kindersoldaten in afrika?

abau
00
21.3.2009, 22:25
ERzähl bitte keinen Blödsinn, sondern

lies bei seriösen Quellen nach, was Amokläufe sind, wann welche stattgefunden haben, und wie die wissenschaftlichen Erklärungen hierzu sind.

Hinweis: Bevor das Fernsehen auch nur irgendeine Relevanz hatte, gab es schon Amokläufe...

Duskson 81
 
02
19.3.2009, 17:04

juhu, also kann ich wieder Tetris spielen?

Zensurgegner
00
19.3.2009, 18:35
..also kann ich wieder Tetris spielen..

nur wenn du volljaehrig bist!!
schliesslich werden unschuldige bloecke zerstoert, also ein brutalgame
:-)

Chronox
08
19.3.2009, 15:37
Die jungen Menschen erlebten sich selbst als jemanden, der etwas bewirken könne, was ihm im Alltag oft nicht gelinge.

Entschludigung aber ich versteh das alles nicht. Warum nimmt man Videospiele nicht als das hin was sie sind. SPIELE!
Ich leb in Mensch-Ärgere-Dich-Nicht meine Machtfantasien aus und kick andere Spielfiguren, ich spiels einfach weils mir spass macht zu Spielen! Es ist so einfach.
o)Ich spiele Singleplayerspiele weil es mir Spass macht Geschichten zu erleben.
o)Ich spiele Multiplayerspiele weil es mir Spass macht mit meinen Freunden und oder Unbekannten gemeinsam zu spielen oder mich mit ihnen zu messen.

Ich spiele einfach nur aus Spass an der Freude und ich wett 99% machen das auch so wie ich.

Warum kompliziert wenns auch einfach geht...

Jojo07
61
19.3.2009, 15:47

D.h.: Machtfantasien ausleben (und das schon bei so was harmlosen wie Mensch-ärgere-dich-Nicht) ist keine Wirkung von Spielen??? Ja, klar, wenn Sie das vollständig linear-kausal meinen, ist es natürlich Unsinn: Denn nicht das Spiel "erzeugt" diese Fantasien; ABER: Spiele bieten Gelegenheit, um bestimmte Fantasien, bei Ihnen eben Machtfantasien, auszuleben; und würden sie exzessiv dieses Spiel spielen, so würden sie vermutlich mit der Zeit gewisse Probleme mit der außerspielerischen Realität bekommen, denn sie würden sich im Spiel daran "gewöhnen", Machtfantasien auszuleben - zumindest die Gefahr besteht, dass, bei exzessivem Spielen und beim Vorliegen anderer Faktoren, irgendwann einmal die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmt ...

Dein schönster Traum
01
21.3.2009, 17:45
Paranoide Weltverbesserer...

...die ihre Ängste und Unsicherheiten anderen Menschen aufzwingen wollen waren mir schon immer ein Graus.

Niemand zwingt Dich, Spiele zu spielen, die Dir nicht gefallen, aber laß dafür im Gegenzug Deine Mitmenschen in Ruhe.

Kümmerer wie Du sollten sich lieber um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern.

Oder, für Einfachdenker und Kroneleser:

Du nervst.

Und jetzt hör auf, Leute zu belästigen und nach Schikanen zu rufen.

Andreas Schneider
00
19.3.2009, 18:16

realsatire - jetzt sind die brettspiele auch schon gefährlich?

offenbar verschwimmen auch bei exzessiver medienhysterie die grenzen zwischen realität und einbildung...

Jojo07
20
20.3.2009, 07:53

Nur nicht nachdenken - und nur nicht differenzieren! Weiter so! Dieses Land braucht Lämmer wie Sie!

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