Privatkindergärten - "Mit uns hat niemand geredet"

18. März 2009, 22:34
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Wenn alle Kinder gleich viel wert seien, müssten auch "Private" gratis werden - Verband will mit Stadt verhandeln

Wien - Der Dachverband der Wiener Privatkindergärten beklagt eine Gesprächsverweigerung der Stadt Wien zur angekündigten Gratisbetreuung aller Kinder unter sechs Jahren. Dabei seien zahlreiche Fragen offen, sagt Obmann Franz Tatzber. Aus den medialen Ankündigungen der roten Stadtregierung gehe jedoch eines klar hervor: "Die Beitragsfreiheit im Privatkindergarten kann sich nicht ausgehen." Für die Eltern würden Restkosten bleiben.

Alle Kinder gleich viel wert

Dabei müssten auch die Privatkindergärten für die Eltern beitragsfrei werden, wenn das Wort von Bürgermeister Michael Häupl (SP) Gültigkeit habe, dass in Wien alle Kinder gleich viel wert seien, so Tatzber. Zwar sei eine Reduktion der Beiträge für die Eltern mit Sicherheit besser als die bisherige Situation: "Bezogen auf die eingesetzten Steuermittel kann vom gleichen Wert aller Kinder aber keine Rede sein."

Während in den Privatkindergärten 80,6 Prozent der Kosten von den Eltern getragen würden, seien dies bei den Einrichtungen der öffentlichen Hand lediglich 14,5 Prozent, während der Rest aus Steuermitteln stamme.

Private kostengünstiger

So würden sich die tatsächlichen Kosten pro Kindergartenplatz bei der Gemeinde auf rund 1000 Euro belaufen, die privaten lägen hingegen bei rund 400 Euro. "Würden alle Kindergärten in Wien so kostengünstig wie die privaten agieren, könnte der beitragsfreie Kindergarten ohne zusätzliche Budgetmittel verwirklicht werden", betonte Tatzber - auch wenn man zugestehen müsse, dass die Gemeinde etwa durch die Aufnahme schwerstbehinderter Kinder hohe Kosten habe.

Kommunikationsproblem

Bisher habe niemand mit dem Dachverband der Wiener Privatkindergärten und -horte geredet. Dieser vertritt die Interessen der politisch und konfessionell unabhängigen Kindergärten, wobei derzeit rund 65 Einrichtungen Mitglied sind, die 8000 Kinder in 300 Gruppen betreuen. "Wir haben ein Kommunikationsproblem - ein einseitiges", sagt Tatzber. Gesprochen werde lediglich mit den politischen Vorfeldorganisationen wie Kinderfreunde und "Kinder in Wien" sowie den kirchlichen Organisationen. (APA)

 

 

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