Athen zwingt Öffentlichen Dienst zu Gehaltsverzicht

18. März 2009, 21:38
posten

Auch Pensionen werden wegen Wirtschaftskrise vielfach nicht erhöht - Besserverdienende rückwirkend zur Kassa gebeten

Athen - Wegen der Wirtschaftskrise müssen in Griechenland in diesem Jahr tausende Beschäftigte im Öffentlichen Dienst auf Gehaltserhöhungen verzichten. Für alle, die mehr als 1700 Euro monatlich verdienen, werde es 2009 keine Gehaltserhöhungen geben, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Yannis Papathanassiou am Mittwoch in Athen.

Die Entscheidung betrifft demnach 478.000 Beschäftigte der Behörden und auch Abgeordnete. Außerdem würden auch Pensionen über 1100 Euro monatlich nicht angehoben. Mit dem Einfrieren der Gehälter und Renten sollten 350 Millionen Euro eingespart werden, führte Papathanassiou aus. Um den Haushalt zu sanieren, will der Staat zudem Schulden entschiedener eintreiben.

Rückwirkende Steuerzahlungen

Der Minister kündigte zudem an, Besserverdienende mit einem Jahreseinkommen von mehr als 60.000 Euro müssten für 2008 rückwirkend Steuerzahlungen in Höhe von 1000 bis 3000 Euro leisten. Geringverdiener sollten hingegen entlastet werden. Für Steuerzahler mit einem Monatseinkommen unter 1500 Euro gelte ein Steuerfreibetrag von 500 Euro, für Einkommen zwischen 1500 und 1700 Euro ein Freibetrag von 300 Euro. Auch für Menschen mit kleinen Renten sollen höhere Freibeträge gelten. Die Maßnahmen sollen insgesamt knapp 400.000 Menschen entlasten.

Griechenland ist in der Europäischen Union das Land mit den prozentual zweithöchsten Staatsschulden. Die EU-Kommission leitete im Februar ein Defizitverfahren gegen Griechenland und fünf weitere Mitgliedsländer an, weil sie die vorgeschriebene Neuverschuldungshöchstmarke von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) überschritten hatten. (APA)

Share if you care.