Prödl trifft für Bremen

18. März 2009, 22:33
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ÖFB-Teamkicker erzielte erstes Pflichtspieltor für Werder beim 2:2 in St. Etienne, Bremen im Viertelfinale - Marseille eliminiert Ajax Amsterdam in Verlängerung

St. Etienne - Der österreichische Fußball-Teamspieler Sebastian Prödl hat am Mittwoch sein erstes Pflichtspiel-Tor für Werder Bremen erzielt. Der Steirer stellte im Achtelfinal-Rückspiel des UEFA-Cups auswärts gegen St. Etienne in der 6. Minute per Kopf nach einem Eckball von Frings auf 1:0 für seinen Club, am Ende stand es nach weiteren Treffern von Pizarro (28.) bzw. Benalouane (64.) und Grax (92.) 2:2, womit die Bremer nach dem 1:0 aus der ersten Partie ins Viertelfinale aufstiegen. Prödl spielte rechts in der Viererkette durch und bot eine solide Leistung.

Prödl war mit der gebotenen Leistung sehr zufrieden. "Das erste Tor und dann auch noch so ein wichtiges, das ist doppelte Freude", erklärte Prödl, der auch nicht mit Lob für seine Mitspieler sparte: "Es ist nicht so schwierig, sich bei dieser Verteidigung einzuleben". Grundsätzlich sei der Aufstieg trotz der schlechten zweiten Hälfte verdient gewesen. Die Bremer hätten gezeigt, "dass wir diese Saison noch nicht abgeschrieben haben und weiter angreifen".

Trainer Thomas Schaaf war mit der Leistung sowie mit dem Torerfolg des ÖFB-Teamverteidigers bei seinem zweiten Einsatz über die volle Spielzeit in diesem Frühjahr ebenfalls zufrieden: "Es freut mich für ihn, er hat letzte Woche schon gut gespielt und heute wieder. Er arbeitet ständig daran, seine Position bei uns immer weiter zu verbessern und solche Leistungen helfen dabei. Ich bin froh, dass er das nachweist, weshalb wir ihn geholt haben, hoffe aber auch, dass jetzt noch sehr viel davon folgt", erklärte Schaaf nach dem Spiel.

Ein kleiner Teil der rund 500 mitgereisten Bremer Anhänger hat sich in St. Etienne gründlich danebenbenommen. Während des Spiels wurden mehrfach bengalische Feuer und Leuchtraketen gezündet, so dass minutenlang dichte Rauchschwaden über das Spielfeld trieben. Werder droht nun eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe durch die UEFA. "Wir schämen uns für solche Aktionen, weil es einfach unsportlich ist und auch noch andere Menschen gefährdet", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. Drei Krawallmacher, die mit bengalischem Feuer und Raketen die anderen Zuschauer im Stadion Geofroy-Guichard gefährdeten, wurden festgenommen. Sie sollten bis Freitag in französischem Arrest bleiben und erhalten von Werder Stadionverbot. Werder will zudem die Randalierer an den entstehenden Kosten beteiligen.

Verteidiger Per Mertesacker hatte zwischenzeitlich sogar einen Spielabbruch befürchtet. "Da kommen einem schon Gedanken, dass wegen so etwas schon Spiele abgebrochen wurden und verloren gingen", sagte der deutsche Nationalspieler. Das Feuerwerk sei "nicht nur gefährlich", sondern störe auch die eigene Mannschaft: "Man sieht auf dem Platz ganz wenig und ist abgelenkt."

Auch aus sportlicher Sicht waren die Bremer angesichts der späten Gegentreffer von Benalouane (64.) und Grax (92.) nur eingeschränkt glücklich. "Ich bin nicht so leicht zufriedenzustellen, wenn wir hier 2:0 führen, dann müssen wir das auch gewinnen", bekannte Allofs. Werder spielte zwar lange Zeit konzentriert, legte aber nach den Kopfball-Toren von Prödl (6.) und Claudio Pizarro (28.) nicht nach.

Nach dem sechsten internationalen Spiel ohne Niederlage ist das Selbstvertrauen der Bremer wieder gewachsen. Ein Sieg im UEFA-Cup könnte ebenso wie ein Erfolg im DFB-Pokal die verkorkste Bundesliga-Saison noch retten. "Viele Mannschaften sehe ich nicht, die besser sind", sagte Thorsten Frings. (APA/red)

Achtelfinale, Rückspiele:

AS St. Etienne - Werder Bremen 2:2 (0:2)
Tore: Benalouane (64.), Grax (92.) bzw. Prödl (6.), Pizarro (28.)
Sebastian Prödl spielte bei Werder durch, Martin Harnik auf der Bank.
Hinspiel 0:1, Werder mit Gesamtscore von 3:2 im Viertelfinale

Ajax Amsterdam - Olympique Marseille 2:2 n.V. (2:1,1:1)
Tore: Enoh (33.), Sulejmani (74.) bzw. Niang (35.), Mears (110.)
Hinspiel 1:2 - Marseille mit Gesamtscore von 4:3 im Viertelfinale

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    Sechs Minuten waren in St. Etienne gespielt, da hielt Prödl seine "Birne" hin und traf zum 1:0 für Bremen.

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    110. Minute in Amsterdam: Tyrone Mears (Marseille) durfte  sich nach kurzer Kopfschmerzphase über das entscheidende Tor freuen.

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