Jugendbewegung

18. März 2009, 19:31
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Die hohe Mitgliedschaft in rechtsextremen Grup­pen, so wie in Deutsch­land, das findet sich hierzulande (noch?) nicht

"Rechtsradikalismus wird zur Jugendbewegung" , titelt die Süddeutsche Zeitung. In Deutschland sind fast fünf Prozent der 15-jährigen Burschen und 2,6 Prozent der Mädchen in einer rechtsextremen Gruppe oder Kameradschaft. Jeder siebte Jugendliche ist "sehr ausländerfeindlich" . Kein Wunder. Wenn Jugendliche überhaupt nur schmale Zukunftsperspektiven sehen, entsteht leicht der Eindruck, man müsste sich in einem Verdrängungswettbewerb bewähren - ob es nun um den Platz im Park geht oder um Lehrstelle und Arbeitsplatz. Die Stimmungslage ist in Österreich wohl nicht viel anders: Bei den Nationalratswahlen im vergangenen September waren "die Migranten" das wichtigste Wahlmotiv für Erstwähler.
Nur die hohe Mitgliedschaft in rechtsextremen Gruppen, das findet sich hierzulande (noch?) nicht. Was tun? In der Krise geht es jetzt wohl darum, Lebenshilfe mit Steuergeld zu leisten.

Die Politik kann sich aussuchen, ob sie dabei das Geschrei der Pensionistenverbände wegen einer gewissen Verschlechterung der Altersabsicherung mehr fürchtet als die wortlose Wut einer unorganisierten Jugend mit Existenzängsten. (Hans Rauscher, DER STANDARD-Printausgabe, 19. März 2009)

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