Vatikan kritisiert Exkommunizierung nach Abtreibungsfall

18. März 2009, 18:33
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Neunjährige Brasilianerin war nach Vergewaltigung mit Zwillingen schwanger

Rom/Brasilia - Die Exkommunizierung der Mutter einer neunjährigen Brasilianerin, die nach jahrelangem Missbrauch durch ihren Stiefvater schwanger geworden war und abtreiben musste, ist vom Vatikan kritisiert worden.

Das Mädchen hätte "zu allererst verteidigt und getröstet werden müssen", sagte Erzbischof Rino Fisichella, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben in Rom.

Die harte Entscheidung der brasilianischen Kirchenoberen habe "der Glaubwürdigkeit der Lehre der Kirche Schaden zugefügt", sagte Fisichella. Die Exkommunizierung hatte international Empörung hervorgerufen. Das neunjährige Kind, das nur 36 Kilo wiegt, hätte Zwillinge bekommen sollen. Eine Geburt hätte das Mädchen wahrscheinlich in Todesgefahr gebracht.

Der Schwangerschaftsabbruch fand in der 15. Woche statt. Abtreibungen sind in Brasilien auch staatlich illegal, mit Ausnahme nach Vergewaltigungen. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 19.3.2009)

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