Zeit der Schmerzen kommt erst

18. März 2009, 18:07
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Roland Berger erwartet harte Einschnitte im 2. Halbjahr

Wien - Die Stimmung unter Wirtschaftstreibenden in Zentral- und Osteuropa kühlt weiter ab. Das geht aus der jüngsten Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger hervor, in der Aussagen von 300 Managern aus elf Ländern Zentral- und Osteuropas ausgewertet wurden. Zwar gebe es noch vielfach die Hoffnung, mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen die Krise durchtauchen zu können. "Aber die Zeit der Schmerzen kommt erst" , sagte Rupert Petry, Studienautor und Partner von Roland Berger, dem STANDARD.

So gut wie alle Unternehmen haben Maßnahmen zur Kostenreduzierung ergriffen, haben Budgets auf den Prüfstand gestellt; ein Großteil (83 Prozent) hat Aufnahmestopps verfügt und Investitionen eingefroren (72 Prozent). Eines von vier Unternehmen hat der Studie zufolge den Geschäftsumfang redimensioniert, eine Halle hier geschlossen, eine Niederlassung dort zugesperrt.

Allein, das reiche nicht. Petry: "Die Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen, sie müssen Produktlinien genauso wie ganze Standorte infrage stellen." Jetzt sei die Zeit für strukturelle Maßnahmen, zumal ziemlich klar sei, dass die Krise länger dauern werde als ursprünglich gedacht oder gehofft. Die Einschnitte werde es spätestens im zweiten Halbjahr geben.

Je weiter nach Osten man komme, desto größer sei die Realitätsverweigerung, sagte Petry. Schnelles Handeln sei aber für jedes Unternehmen ein Gebot der Stunde, um die Krise zu überstehen.

Gegenüber November 2008 hat sich die Zahl der Manager, die mit einer Verschlimmerung der Situation rechnen, bei der im Jänner und Februar gemachten Umfrage auf 63 (55) Prozent erhöht. Nur 5,0 (8,0) Prozent glauben, die Talsohle sei schon erreicht. Besonders pessimistisch sind der Studie zufolge Manager in Russland, Ukraine und Rumänien. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.03.2009)

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