Von der Leyen schlägt Internet-Notruf gegen Amokläufe vor

18. März 2009, 17:33
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Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden

Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden hat Familienministerin Ursula von der Leyen die Schaffung von Anlaufstellen im Internet angeregt, damit Jugendliche mutmaßliche Ankündigungen solcher Taten rasch melden könnten. Es gehe um so etwas wie den Notruf 110 für das Netz, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in einer aktuellen Stunde des Bundestags zu der Tat. Viele Täter kündigten ihren Amoklauf in Chatrooms an oder ließen zumindest Warnsignale erkennen. Bisher gebe es jedoch keine Anlaufstelle, bei der gleichaltrige Chatpartner solche Vorboten eines Amoklaufs melden könnten. Von der Leyen räumte allerdings ein, dass der Schütze von Winnenden seine Tat entgegen ersten Erkenntnissen der Ermittler vermutlich doch nicht im Internet angekündigt hatte.

Linkspartei und Grüne forderten eine striktere Begrenzung des privaten Waffenbesitzes. Die Zahl von bis zu 40 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz in Deutschland müsse drastisch reduziert werden, verlangte Petra Pau von der Linkspartei. Es solle keine unzumutbaren Repressionen gegen Sportschützen oder Jäger geben. Niemand könne aber erklären, warum jemand für sein häusliches Wohlbefinden 16 Schusswaffen und mehr horte. Zu Beginn der aktuellen Stunde gedachten die Abgeordneten der Opfer von Winnenden. Auch in Baden-Württemberg gab es am Vormittag eine Gedenkminute.(Reuters)

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