IBM will Sun Microsystems schlucken

18. März 2009, 16:49
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Inmitten der Rezession deutet sich in der Computerbranche nach einer langen Durststrecke wieder eine Milliarden-Übernahme an

New York - IBM will den Server-Hersteller Sun Microsystems schlucken, wie Reuters am Mittwoch erfuhr. Laut "Wall Street Journal" (WSJ) bietet IBM hierfür mindestens 6,5 Mrd. Dollar (4,95 Mrd. Euro) - es wäre damit die größte Übernahme der IBM-Geschichte.

Die Börse wettete am Mittwoch bereits darauf, dass der Mega-Deal zwischen den Rivalen zustande kommt: Sun-Papiere schossen in New York und Frankfurt um 65 Prozent in die Höhe.

IBM dürfte es vor allem auf die Hochleistungs-Server von Sun abgesehen haben, die bei vielen Telekom-Firmen und Banken zum Einsatz kommen. Ein Sun-Kauf wäre damit eine Abkehr von der IBM-Strategie der letzten Jahre, mit Akquisitionen die Beratungs-Sparte auszubauen. IBM ist bei den Rechenzentren bereits selbst Weltmarktführer und könnte mit der Übernahme seine Positionen gegenüber anderen Konkurrenten wie HP und Dell stärken. Auch der in dieser Woche verkündete Eintritt des Netzwerkausrüsters Cisco in den Server-Markt dürfte für IBM ein gewichtiges Argument für die Übernahme sein, obwohl zuletzt alle großen Server-Hersteller wegen der Rezession unter Umsatzeinbußen litten.

Kommt die Übernahme tatsächlich zu dem genannten Wert zustande, würde IBM rund doppelt so viel zahlen, wie Sun zuletzt an der Börse wert war. Dem "Wall Street Journal" zufolge hat sich Sun in den vergangenen Monaten selbst mehreren Technologiefirmen zum Kauf angeboten, Hewlett-Packard habe aber abgelehnt. Dem Zeitungsbericht zufolge könnte die Übernahme bereits in dieser Woche zustande kommen, aber auch ein Scheitern sei nicht ausgeschlossen. Die Firmen wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. (APA/Reuters)

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