Prozess wegen mutmaßlicher CIA-Entführung vertagt

18. März 2009, 16:32
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Verschleppung von muslimischem Geistlichen wird in Mailand verhandelt

Mailand - Der Prozess gegen 26 US-Amerikaner und sieben Italiener wegen der Entführung eines Terrorverdächtigen ist bis Ende kommenden Monats vertagt worden. Das Verfahren in Mailand soll am 22. April wieder aufgenommen werden, nachdem das Verfassungsgericht eine detaillierte Begründung zur Zulässigkeit der Beweismittel veröffentlicht hat, wie Richter Oscar Magi am Mittwoch erklärte.

Das Oberste Gericht hatte zuvor einige Beweismittel für unzulässig erklärt, da sie unter die Geheimhaltungspflicht fallen. Die schriftliche Begründung dazu steht aber noch aus. Staatsanwalt Armando Spataro zeigte sich zuversichtlich, dass der Prozess im kommenden Monat trotz eventueller Einschränkungen weitergehen werde.

Den 33 Verdächtigen wird eine Verwicklung in die Entführung des ägyptischen Geistlichen Osama Mustafa Hassan Nasr vorgeworfen. Er wurde am 17. Februar 2003 auf offener Straße in Mailand aufgegriffen und soll über den US-Stützpunkt Ramstein nach Ägypten verschleppt worden sein. Der Imam gab später an, während der Gefangenschaft gefoltert worden zu sein. Nach Auffassung der Mailänder Staatsanwaltschaft unterstützte der italienische Geheimdienst die Entführung durch den CIA. (APA/AP)

 

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