Ex-Rapid-Keeper Koch gibt auf

18. März 2009, 16:17
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Comeback wegen anhaltender Gleichgewichtsprobleme nicht möglich - Deutscher: "Muss einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht"

Düsseldorf/Wien - Georg Koch, der frühere Torhüter von Österreichs Fußball-Meister Rapid Wien, hat den Kampf um sein Comeback endgültig aufgegeben. Der renommierte deutsche Neurologe Hans-Heiner Friedmann teilte nach Rücksprache mit Porsche-Rennarzt und HNO-Spezialist Jürgen Lindemann dem Deutschen Profi am Dienstag mit, dass er wegen anhaltender Gleichgewichtsprobleme seine Karriere beenden müsse.

Koch war seit 24. Augsut 2008 außer Gefecht, nachdem an diesem Tag im Wiener Derby gegen Austria Wien im Hanappi-Stadion ein aus dem Gästesektor geworfener Böller in seiner Nähe explodiert war. Der Rapidler hatte dabei eine schwere Gehörverletzung erlitten und sich seither im Krankenstand befunden. Der Torhüter war im Juni 2008 nach Hütteldorf geholt worden, löste dann aber seinen bis Juni 2009 gültigen Vertrag per 31. Jänner auf.

"Ich habe bis zuletzt gehofft, dass ich meine Karriere fortsetzen kann. Aber ich muss einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht, auch wenn das im Moment wehtut", sagte Koch auf der Website des Fußball-Weltverbandes (www.fifa.com). Damit sich ein solcher Vorfall wie in Wien nicht wiederholt, hofft er, dass die mutmaßlichen Täter eine abschreckende Strafe erhalten.

"Es sind wohl zwei 16-Jährige gewesen. Mir geht es nicht darum, Geld aus dieser Sache herauszuschlagen. Es waren zwei Idioten, die für mein Karriereende verantwortlich sind. Ich hatte nie Probleme mit Beschimpfungen, aber solche Dinge dürfen in einem Stadion nicht passieren. Das muss Konsequenzen haben", meinte Koch, der dem Fußball erhalten bleiben möchte.

Er wisse, dass er gut organisieren könne und habe zuletzt sehr viele Spiele gesehen, alte Kontakte gepflegt und neue geknüpft, so der "Frühpensionist", der seine Geschichte auch mit Hilfe eines Psychologen verarbeiten wird und sich später einen Job als Sportdirektor zutraut. Der in der Nähe von Düsseldorf lebende Ex-Keeper macht kein Hehl daraus, seine Erfahrungen irgendwann mal seinem Ex-Club Fortuna, wo er 1991 seine Profi-Laufbahn einst gestartet hatte, weitergeben zu wollen. (APA)

 

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