Cray lanciert Mittelklasse-Supercomputer

18. März 2009, 15:43
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"XT5m" verspricht hohe Performance für kleine Budgets

Cray  hat am Mittwoch, am High Performance Computing Center Stuttgart (HLRS) erstmals den Mittelklasse-Superrechner XT5m vorgestellt. Er setzt auf Technologien, die schon im "Jaguar" am Oak Ridge National Laboratory, einem der ersten Petaflop-Supercomputer der Welt, zum Einsatz kommen. "Das neue System ist für Einrichtungen aus Forschung und Industrie auch mit kleinen Budgets gedacht", sagt Wilfried Oed von Cray Computer Deutschland im Gespräch mit pressetext. Dazu wurde die im Jaguar genutzte XT5-Architektur so optimiert, dass bei kleineren Systemen ohne Performance-Einbußen eine höhere Preiseffizienz erzielt wird. Der erste XT5m-Rechner wird Mitte April am HLRS in Betrieb gehen.

"Dieser Interconnect ist somit simpler und garantiert konstante Übertragungsraten "

"Der Cray XT5m ist für uns spannend, weil sie Standardtechnologie mit Spezialkonzepten kombiniert und hohe Rechenleistung für Ingenieursanwendungen bringt", meint HLRS-Direktor Michael Resch gegenüber pressetext. Die Architektur nutzt AMDs Opteron-Serverprozessoren und erlaubt auch ein Upgrade auf kommende Chip-Generationen wie den fürs zweite Halbjahr angekündigten Sechs-Kern-Prozessor "Istanbul". Crays "SeaStar" dagegen ist ein spezieller Ansatz zur Vernetzung der Recheneinheiten, der ohne zwischengeschaltete Verbindungselemente wie PCI-Brücken auskommt. "Dieser Interconnect ist somit simpler und garantiert konstante Übertragungsraten ", sagt Oed. Das bedeutet letztendlich einen Leistungsvorteil.

Skalierbarkeit

"Das neue Cray-Produkt skaliert die High-End-XT-Architektur herab, um das gesamte Supercomputer-Segment ab 500.000 Dollar abzudecken", sagt Earl Joseph, IDC Program Vice President für High Performance Computing. Die XT5m-Architektur ist dabei für Systeme mit einer Spitzen-Rechenleistung gedacht, die derzeit relativ deutlich unterhalb von 100 Teraflops liegt, sich mit zukünftigen Prozessoren aber dieser Marke annähern werden. Gegenüber dem regulären XT5 wurden Optimierungen durchgeführt, um den Preis zu drücken. So kommt eine im Vergleich zum großen Bruder vereinfachte Variante von SeaStar zum Einsatz. "Die Anordnung des Systems entspricht einem 2D- statt einem 3D-Torus. Dadurch kann auf teure Verbindungen verzichtet werden, die bei kleineren Systemen eigentlich nicht erforderlich sind", sagt Oed. Dabei bleibt eine gute Skalierbarkeit erhalten. Falls erforderlich, kann ein XT5m-Superrechner praktisch mit einigen zusätzlichen Verbindungskabeln und zusätzlichen Server-Cabinets relativ leicht zu einem vollwertigen XT5-System ausgebaut werden, so Oed.

"PAM-CRASH"

Ein Angebot auf dem XT5m-System am HLRS wird unter anderem die Nutzung kommerzieller Ingenieursanwendungen sein. Ein Beispiel ist "PAM-CRASH", eine Software zur Simulation von Auto-Zusammenstößen der ESI Group, die vor kurzem auf die XT5- und XT5m-Plattformen portiert wurde. Gerade diese Art von Anwendung wird vom XT5m-System profitieren, so Resch. "Neben den Spezialrechnern (NEC SX-9) und den Durchsatzclustern (IBM BladeCenter) schließen wir damit die Lücke in unserem Architekturportfolio", sagt der HLRS-Direktor.

Der erste XT5m-Superrechner am HLRS wird nicht alle Optionen der Plattform ausschöpfen. Er nutzt eine klassische Luftkühlung, doch Cray bietet optional auch die Flüssigkühlung "ECOphlex" an. "Damit sind je nach Infrastruktur Einsparungen beim Kühlenergieaufwand von bis zu 50 Prozent möglich", sagt Oed. (pte)

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