Machtkampf auf der Tropeninsel

18. März 2009, 12:10
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Oppositionsführer Andry Rajoelina setzte sich schließlich durch

Hamburg - Beim Machtkampf auf der Tropeninsel Madagaskar im Indischen Ozean sind mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen. Die wichtigsten Etappen des Konflikts zwischen Präsident Marc Ravalomanana und Oppositionsführer Andry Rajoelina im Überblick:

  • 13. Dezember 2008: Der Rajoelina gehörende Sender "Radio Viva" wird von den Behörden geschlossen, nachdem er ein Interview mit dem im Exil lebenden Ex-Präsidenten Didier Ratsiraka gesendet hat. Rajoelina wirft dem seit 2002 amtierenden Präsidenten Ravalomanana Machtmissbrauch vor.
  • 26. Jänner 2009: Einem Generalstreik folgen Proteste von 80 000 Menschen und eine Welle von Plünderungen und Brandstiftungen. Vor allem Läden aus dem Firmenimperium Ravalomananas werden verwüstet.
  • 27. Jänner: Das Militär verhängt eine nächtliche Ausgangssperre für ganz Madagaskar. Dutzende Menschen werden erschossen.
  • 31. Jänner: Rajoelina erklärt sich zum militärischen und politischen Oberbefehlshaber. Ravalomanana betont, er sei weiterhin rechtmäßiger Staatschef.
  • 3. Februar: Ravalomanana setzt Rajoelina als Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo ab.
  • 7. Februar: In Antananarivo präsentiert Rajoelina vor 25.000 Anhängern eine Gegenregierung. Als danach tausende Demonstranten durch die Stadt ziehen, schießen Soldaten auf sie und töten laut Medienberichten mehrere Dutzend Regierungsgegner.
  • 19. Februar: Rund 30.000 Oppositionelle machen sich auf den Weg ins Regierungsviertel. Bei Zusammenstößen mit der Armee sterben mindestens acht Menschen. Am folgenden Tag dringen Elitetruppen in das Regierungsviertel ein und bringen die Lage unter Kontrolle.
  • 4. März: Das Militär riegelt das Zentrum der Hauptstadt ab, um eine weitere Demonstration gegen den Präsidenten zu verhindern.
  • 14. März: Rajoelina erklärt die Machtübernahme durch seine Übergangsregierung und kündigt Präsidenten- und Parlamentswahlen binnen zwei Jahren an. Anhänger der Opposition nehmen nach Medienberichten wichtige Regierungsgebäude ein.
  • 17. März: Ravalomanana löst seine Regierung auf und überträgt die Macht einer Gruppe ranghoher Offiziere.
  • 18. März: Das Militär überträgt Rajoelina das Amt des Präsidenten einer Übergangsregierung. Das Oberste Verfassungsgericht bestätigt den Machtwechsel als "legal". (APA/dpa)
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