Talabani ruft Türkei zu Amnestie auf

18. März 2009, 11:08
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Solcher Schritt könne Grundlage für eine Friedenslösung sein

Istanbul - Der irakische Staatspräsident Jalal Talabani hat die Türkei zu einer Amnestie für Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK aufgerufen. Ein solcher Schritt könne Grundlage für eine Friedenslösung sein, sagte Talabani der türkischen Zeitung "Sabah" (Mittwoch-Ausgabe). Bei einem internationalen Treffen im nordirakischen Erbil im April wollten alle wichtigen kurdischen Gruppen die PKK aufrufen, die Waffen niederzulegen.

"Ich bin überzeugt, die PKK wird machen, was alle kurdischen Parteien akzeptieren", sagte Talabani während eines mehrtägigen Besuchs in Istanbul. Nach seiner Einschätzung ist die PKK bereit, ihre Waffen unter Kontrolle der USA niederzulegen. Zur Auflösung sei die PKK nicht bereit. Die Zeichen stünden aber auf Frieden. Kurden und Türken lebten in der Türkei eng zusammen. "Die Kurden sind überall, und vielleicht ist Istanbul die größte kurdische Stadt. Wie soll man das aufteilen", sagte Talabani.

Irakische PKK-Lager

Talabani (75) ist Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), die in der nördlichen Autonomieprovinz Suleimanija das Sagen hat. Die PKK unterhält im irakischen Autonomiegebiet der Kurden mehrere Lager, von denen aus sie mehrfach zu Angriffen in der benachbarten Türkei ausgerückt ist. Die Türkei fliegt immer wieder Luftangriffe gegen PKK-Ziele im Nordirak.

Die PKK wird auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 80er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. In dem Konflikt wurden nach Angaben der türkischen Armee bereits mehr als 35.000 Menschen getötet. (APA/dpa)

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