Bank Austria mit 1,1 Milliarden Gewinn

18. März 2009, 11:06
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Der Nettogewinn halbierte sich von 2,25 auf 1,14 Milliarden Euro, die Wertberichtigungen lagen bei 1,5 Milliarden

Wien - Die zu UniCredit gehörende Bank Austria hat im abgelaufenen Jahr den Nettogewinn zwar von 2,25 auf 1,14 Mrd. Euro halbiert, damit das Krisenjahr 2008 aber dennoch mit dem größten Gewinn aller Banken in Österreich beendet. Im operativen Betriebsergebnis habe man trotz des turbulenten Geschäftsverlaufs mit 3,3 Mrd. Euro sogar einen Rekord verbucht, berichtete Bankchef Erich Hampel. Davon kamen 2,5 Mrd. Euro (plus 53 Prozent) aus den Banken in Osteuropa. Rekordverdächtig waren freilich auch bei der größten Bank des Landes die Abschreibungen im Jahr 2008. Die Bank bezifferte am Mittwoch die "außerordentlichen Belastungen" mit 1,5 Mrd. Euro.

Die Kreditrisikokosten waren wegen Finanzkrise und darauf folgendem Konjunktureinbruch mit 1,012 Mrd. Euro mehr als doppelt so hoch wie 2007 (483 Mio. Euro). Wegen des drastisch verschärften Wirtschaftsumfelds mussten in einigen Ostländern bereits Geschäftspläne revidiert und Firmenwerte bei dortigen Tochterbanken über 1,027 Mrd. Euro abgeschrieben werden.

Weil die Wertberichtigungen großteils im Schlussquartal anfielen, endete das vierte Quartal 2008 unterm Strich mit einem Verlust von 457 Mio. Euro. Zum Vergleich: In den ersten drei Quartalen war bis dahin ein Nettogewinn von mehr als 1,6 Mrd. Euro angefallen. Nach vier Quartalen blieben unterm Strich nun 1,14 Mrd. Euro Profit über. Der Gewinn je Aktie halbierte sich von 11,69 auf 5,66 Euro.

Ukraine-Abschreibung

Weil die Ukraine am stärksten von der Wirtschaftskrise getroffen ist, wurde der Firmenwert der dortigen Tochter Ukrsotsbank um 333 Mio. Euro abgeschrieben. In Kasachstan nahm die Bank Austria bei der ATF Bank 417 Mio. Euro Firmenwertminderung vor. Im Investmentbanking wurden die Firmenwerte der CAIB Polska (125,4 Mio. Euro) und der Atonbank (140 Mio. Euro) wertberichtigt. Um 11,4 Mio. Euro wurden auch noch Firmenwerte der Lettland-Operation herabgesetzt.

Bereinigt um diverse Konsolidierungs- und Einmaleffekte - worunter die Bank auch die Goodwillabschreibungen zählt - hätte sich der Rückgang des Nettogewinns (Jahresüberschuss ohne Fremdanteile) gegenüber 2007 nur auf 18,9 Prozent belaufen, hieß es am Mittwoch in einer Bankmitteilung.

Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss stieg von 3,9 auf 5,4 Mrd. Euro an. Das Provisionsergebnis blieb saldiert bei 2 Mrd. Euro annähernd stabil. Rote Zahlen gab es im Handelsergebnis, wo ein Verlust von 414 Mio. Euro überblieb.

Weil die Ostabschreibungen nicht direkt dem Ostgeschäft zugerechnet wurden, liefen die Ostbankenergebnisse, die 2008 netto noch deutlich von 1,09 auf 1,6 Mrd. Euro angestiegen sind, komfortabel ins Bank Austria-Konzernergebnis: Dieser Bilanzierung zufolge überstiegen die Gewinne des Osteuropasegments den gesamten Nettogewinn vor Fremdanteilen von 1,28 Mrd. Euro deutlich.

Als ergebnissteigernden Einmaleffekt verbuchte die Bank 2008 eine "Sonderausschüttung" im Zusammenhang mit dem Verkauf der B&C-Genussrechte über 415 Mio. Euro, der sich netto mit knapp 250 Mio. Euro niederschlug. Erst seit Anfang 2008 dazukonsolidiert ist die Ukrainetochter Ukrsotsbank. (APA)

 

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    Bankchef Erich Hampel legt heute eine durchaus gemischte Bilanz vor.

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