Oö. Schüler als Geldfälscher kamen mit einem Monat Haft bedingt davon

18. März 2009, 11:07
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Höchststrafe hätte bis zu zehn Jahre betragen

Zwei oberösterreichische Schüler, die wegen des Verbrechens der Geldfälschung angeklagt waren, sind in einem Schöffenprozess am Mittwoch im Landesgericht Ried im Innkreis mit einer bedingten Verurteilung zu einem Monat Haft davongekommen. Die Höchststrafe für das Delikt hätte bei Erwachsenen bis zu zehn Jahre betragen, für die beiden Angeklagten wegen ihres jugendlichen Alters - Jahrgang 1991 - fünf Jahre.

Einige 100- und 50-Euro-Scheine kopiert

Die beiden, von ihren Vätern zum Prozess begleiteten Burschen, die eine höhere Schule besuchen, machten einen völlig "braven" Eindruck. Sie hatten aber auf einem Computer daheim einige 100- und 50-Euro-Scheine kopiert und damit in mehreren Lokalen bezahlt. Sie flogen rasch auf.

Der Schaden wurde wieder gutgemacht. Das bisher unbescholtene Duo war geständig. Der eine sprach von "Schnapsidee", der andere von "Schwachsinn". Ihr Verteidiger sah deshalb nur Milderungsgründe und verlangte eine Diversion - ein außergerichtlicher Tatausgleich - oder ein Urteil mit Vorbehalt der Strafe. Der Staatsanwalt sprach sich dagegen aus, die Tat zu bagatellisieren, das würde dem Delikt nicht gerecht. Die Wiederholung sei zudem erschwerend.

Richter Gerhard Liener schloss sich dem an und meinte, "Man kann nicht sagen: Vergessen wir das alles". Das Urteil: Für jeden ein Monat Haft bedingt auf drei Jahre. Es wird zwar im Strafregister vermerkt, in einem polizeilichen Führungszeugnis scheint es aber nicht auf. Staatsanwaltschaft und Verteidigung erklärten Rechtsmittelverzicht, das Urteil ist somit rechtskräftig. (APA)

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