Lanxess kürzt Dividende nach Ergebniseinbruch

18. März 2009, 10:19
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In den kommenden Jahren sollen 250 Millionen Euro eingespart werden - Dividende wird auf 50 Cent je Aktie halbiert

Düsseldorf - Der deutsche Chemiekonzern Lanxess hat die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen. Nach einem Verlust im vierten Quartal will sich das Management nun mit einem neuen Sparprogramm gegen die Rezession stemmen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf zur Vorlage der Jahresbilanz 2008 mitteilte. 250 Mio. Euro sollen in den kommenden zwei Jahren eingespart werden. Auch die Aktionäre bekommen die Folgen des Konjunktureinbruchs zu spüren: Die Dividende für 2008 wird auf 0,50 Euro je Aktie halbiert.

Die Finanzmarktkrise habe sich zu einer globalen Rezession ausgeweitet, sagte Konzernchef Axel Heitmann. "Eine Trendwende mit anziehender Nachfrage ist zurzeit nicht in Sicht", fügte er hinzu. Einen konkreten Ausblick auf das Jahr 2009 wagte er nicht.

Allein im vierten Quartal schrumpfte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten binnen Jahresfrist um 23,7 Prozent auf 87 Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 78 Mio. Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 41 Mio. Euro nach einem Überschuss von fünf Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Für das Jahr 2008 zog Konzernchef Heitmann dennoch eine positive Bilanz. "Trotz eines schwachen vierten Quartals war 2008 ein sehr gutes Jahr," sagte er. Gestiegene Rohstoff- und Energiekosten seien vollständig über Preisanhebungen an die Kunden weitergereicht worden. Unter dem Strich habe der Gewinn um 52,7 Prozent auf 171 Mio. Euro zugenommen. Die operative Umsatzrendite (bereinigte Ebitda-Marge) verbesserte sich leicht auf elf Prozent nach 10,9 Prozent im Jahr zuvor. Lanxess setzte im vergangenen Jahr 6,576 Mrd. Euro um - ein leichtes Minus von 0,5 Prozent.

Das neue Jahr steht bei Lanxess dagegen ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise. "Im Jänner und Februar setzte sich die schwache Entwicklung des vierten Quartals fort", sagte Heitmann laut Redetext. Besonders betroffen sei das Geschäft mit Kautschuken des Bereichs Performance Polymers, das unter anderem die Autoindustrie und Reifenhersteller als Kunden hat. Daher werde insgesamt das erste Quartal operativ nicht besser ausfallen als das vierte Quartal, kündigte Heitmann an. Vergleichsweise stabil entwickelten sich lediglich die Geschäfte mit Agrochemikalien und Vorprodukten für die Pharmaindustrie. Beide gelten als weniger konjunkturabhängig im Vergleich zu anderen Bereichen des Chemiegeschäfts. (APA/Reuters)

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