"Rettungsgasse" soll Pannenstreifen ablösen

18. März 2009, 10:20
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Notstrecke für Helfer nach deutschem Vorbild wird von Rotem Kreuz und Feuerwehr unterstützt

Wien - Kommt es zu einem Unfall mit Stau, sind die Blaulichtorganisationen auf den engen Pannenstreifen angewiesen, um zum Ort des Geschehens zu gelangen. Die soll sich ändern, nach deutschem Vorbild soll es künftig "Rettungsgassen" geben. Dann müssen die Autobahnbenützer den Streifen zwischen dem äußersten linken und den übrigen Fahrstreifen freimachen. Sprich auf einer zweispurigen Autobahn müssen die Fahrer auf der linken Spur nach links und die Fahrer auf der rechten Spur nach rechts ausweichen. Bei dreispurigen Streifen müssen die Fahrer ganz links nach links, der Rest nach rechts.

In Deutschland gibt es diese Regelung bereits seit 1992, bei uns müsste die "Rettungsgasse" erst in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden. Laut Asfinag-Chef Klaus Schierhackl könnte sie noch heuer Realität werden und die Verkehrssicherheit auf den Autobahnen erhöhen. Größter Vorteil ist das Mehr an Platz für die schweren Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, die dies auch begrüßt. Denn schließlich sei auf der Spur links außen der Lkw-Anteil am geringsten.

Unterstützung durch Rotes Kreuz

Auch das Rote Kreuz unterstützt die "Rettungsgasse". Präsident Fredy Mayer zur APA: "Bei Verkehrsunfällen ist es notwendig, dass die Einsatzkräfte so rasch wie möglich zu den verletzten Menschen gelangen, denn oft entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod. Durch die starke Zunahme des Verkehrs kommt es bei Unfällen und Staubildungen immer öfter dazu, dass Fahrzeuge auf den Pannenstreifen ausweichen und damit den Weg für die Einsatzfahrzeuge versperren. Daher fordert das Rote Kreuz bereits seit Jahren die gesetzliche Verankerung und Umsetzung einer Rettungsgasse."

Schierhackl sieht in den "Rettungsgassen" nicht nur einen Sicherheitsgewinn, sondern auch ein Hilfsmittel gegen Staus. So könnte bei besonders hohen Verkehrsaufkommen auch der Pannenstreifen stundenweise für den normalen Verkehr freigegeben werden, blickt der Asfinag-Vorstand in die Zukunft. (APA)

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    Rotes Kreuz und Feuerwehr stehen der Einführung von "Rettungsgassen" positiv gegenüber.

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