Die Krise rammt auch Mayr-Melnhof

18. März 2009, 19:11
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Karton- und Faltschachtelhersteller rechnet mit Auswirkungen der Konsumschwäche

Wien - Für die Mayr-Melnhof Karton AG (MMK) werden die Zeiten rauer. Der weltweit größte Erzeuger von Recyclingkarton und größte Faltschachtelproduzent Europas hat 2008 bei stabilen Umsätzen von 1,7 Milliarden Euro ein Ergebnisminus von 17 Prozent auf 97 Mio. Euro eingefahren.

Für 2010 geht MMK bestenfalls von einer Stagnation der Geschäfte aus, sagte MMK-Chef Wilhelm Hörmanseder. Die Rezession sei bei den MMK-Produkten bisher noch nicht voll angekommen. Sollte der Konsum 2009 aber auf breiter Front nachlassen, werde dies auch Folgen für den Kartonkonzern haben. Die Division MMK Packaging stellt Verpackungen für Güter des täglichen Bedarfs her.

Ein Ende der Krise sei derzeit nicht abzusehen, "vor 2010 wird sich nichts verbessern", meinte Hörmanseder. Bisher sei es bei MMK noch zu keinem krisenbedingten Mitarbeiterabbau gekommen, "selektive Anpassungen der Mitarbeiterstände" an Standorten mit niedriger Auslastung seien aber unausweichlich. Allerdings bemühe sich der Konzern, Modelle zu finden, bei denen die Mitarbeiter in Beschäftigung bleiben können. Von Kurzarbeit halte man angesichts der ungewissen Dauer der Krise nichts, so Hörmanseder.

Während der Faltschachtelbereich im Vorjahr sein Ergebnis noch verbesserte, konnte die deutlich geringere Auslastung in der Kartonproduktion (sie ging um elf Prozentpunkte auf 86 Prozent zurück) durch Kostenreduktionen nicht aufgefangen werden.

Für die Aktionäre wird es dennoch eine Dividende auf Vorjahresniveau von 1,7 Euro je Aktie geben. Der solide finanzierte Konzern mit liquiden Mitteln von 345 Mio. Euro (davon 189 Mio. Barmittel) will aber auch investieren und zukaufen. Die derzeit mit 150 bis 180 Mio. veranschlagte Reststoffverbrennungsanlage zur Erzeugung von Strom am Standort Frohnleiten soll mit einem Partner realisiert werden, Baubeginn werde 2010 sein. Allerdings sei die Rentabilitätsrechnung des Projekts durch die massiv gesunkenen Erdgaspreise schwieriger geworden, sagte Hörmanseder. (kol, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.03.2009)

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