Kritik von regionalem Staatenbund

18. März 2009, 08:51
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SADC-Vorsitzender: Werden undemokratisches Verhalten nicht tolerieren

Antananarivo - Nach dem Ende des monatelangen Machtkampfs auf Madagaskar hat der regionale Staatenbund SADC das undemokratische Vorgehen der Opposition am Mittwoch kritisiert. Deren Führer Andry Rajoelina war nach lokalen Medienberichten am Vortag die Macht übertragen worden, die der bedrängte bisherige Präsident Marc Ravalomanana zuvor dem Militär übergeben hatte. Der SADC-Vorsitzende und südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe betonte, der Staatenbund - dem auch Madagaskar angehört - würde undemokratisches Verhalten nicht tolerieren.

Rajoeliona hatte dem französischen Nachrichtensender LCI erklärt, er sei "Übergangspräsident" bis zu Wahlen, die in 24 Monaten stattfinden sollten. Zuvor hatten mehrere von Ravalomanana bevollmächtigte ranghohe Militärs erklärt, sie seien gegen eine Militärführung für die Insel gewesen. Deshalb hätten sie sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die Macht an Rajoeliona abzutreten. Der Konflikt hatte sich am Wochenende zugespitzt, als Rajoelina die Machtübernahme durch seine Übergangsregierung erklärte.

Über 140 Tote

Er war im Februar als Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo entlassen worden, hatte sich danach aber zum Übergangs-Präsidenten erklärt und Neuwahlen innerhalb von zwei Jahren in Aussicht gestellt. Er warf Ravalomanana Willkür, Machtmissbrauch und Bereicherung im Amt vor. In dem blutigen Machtkampf wurden bisher mehr als 140 Menschen getötet. Der Aufenthalt des 2006 für weitere fünf Jahre gewählte Präsident Ravalomanana blieb weiter unklar. Der vor Afrika gelegene Staat Madagaskar mit rund 20 Millionen Einwohnern ist die viertgrößte Insel der Welt. (APA/dpa)

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