Japans Zentralbank belässt Leitzins bei 0,1 Prozent

18. März 2009, 08:32
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BoJ will mehr langfristige Regierungsanleihen ankaufen - Hilfe für Banken erwogen

Tokio - Die japanische Zentralbank hat den Leitzins unverändert bei 0,1 Prozent belassen. Das beschloss der geldpolitische Rat der Bank von Japan (BoJ) am Mittwoch einstimmig. Die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes verschlechtere sich weiter, hieß es zur Begründung es Schrittes. Dieser Trend dürfte noch einige Zeit anhalten. Die Tokioter Börse reagierte mit leichten Gewinnen auf die Zinsentscheidung. Der Zinsbeschluss war erwartet worden.

Die BoJ stockte zugleich ihre monatlichen Aufkäufe von langfristigen Regierungsanleihen von 1,4 auf 1,8 Billionen Yen (14 Mrd Euro) auf, um den Geldmarkt mit Liquidität zu versorgen und einen Anstieg langfristiger Zinsen zu verhindern. Die Notenbank erwägt ferner, den Geschäftsbanken des Landes durch Übernahme nachrangiger Schuldverschreibungen im Umfang von einer Billion Yen (rund acht Milliarden Euro) unter die Arme zu greifen, wie die BoJ am Vortag mitteilte. Dadurch sollen die Banken ermuntert werden, angesichts der Rezession Firmen mit Krediten zu versorgen.

Die Zentralbank der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt sieht sich gedrängt, zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegen die Krise zu greifen, da sie mit konventionellen geldpolitischen Maßnahmen angesichts bereits extrem niedriger Zinsen kaum noch arbeiten kann. (APA/dpa/Reuters)

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