Idee der einheitlichen Vertretung "nicht ausgegoren"

19. März 2009, 12:51
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Obmann des Zentralverbandes spricht sich gegen einen gemeinsamen Dachverband der Slowenenvertreter aus

Noch am Montag hat es so ausgesehen, als würden sie nun an einem Strang ziehen. Matthäus Grilc, der Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, hatte bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt vorgeschlagen, eine gemeinsame und demokratisch gewählte Vertretung der slowenischen Minderheit in Kärnten zu schaffen. Nach dem Erfolg des BZÖ bei der Kärntner Landtagswahl sei dies nun notwendig, so Grlic, "da der Volksgruppe jetzt ein noch schärferer Wind entgegen blasen wird."

Auch das "bisher von den offiziellen Kärntner Politik praktizierte gegenseitige Ausspielen" der jeweiligen Organisation - vor allem in der Ortstafelfrage - sei unerträglich geworden, sagte er. Derzeit gibt es drei Minderheitenvertretungen: Neben dem Rat der Kärntner Slowenen die Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und den Slowenischen Zentralverband.

Zentralverband dagegen

Im Gespräch mit derStandard.at zeigt sich Marjan Sturm, Obmann des Zentralverbandes, jedoch wenig begeistert vom Vorschlag der gemeinsamen Vertretung. "Die Idee ist nicht ausgegoren", sagt er. Es sei schwierig die jeweiligen Begehren der Vertretungen "auf einen Nenner" zu bringen. Zwar will er in der Ortstafelfrage zusammenarbeiten, eine einheitliche Volksgruppenvertretung schließt er jedoch aus - auch weil die Ansätze der Organisationen unterschiedlich seien. Der Rat der Kärntner Slowenen würde sich demnach darauf berufen, dass es beim Minderheitenthema um eine politische Frage handle, der Zentralverband aber, so Sturm, sei der Meinung, es sei eine kulturelle Frage.

Grilc jedenfalls wäre "gegebenenfalls" sogar bereit, den Rat aufzulösen, um gemeinsam in der Frage der zweisprachigen Ortstafeln zu kämpfen. Er beharrt dabei auf der Umsetzung des Verfassungsgerichtshoferkenntnisses.

Runder Tisch zur Ortstafelfrage

Einen neuen Anlauf zur Lösung der Ortstafelfrage soll im Übrigen noch vor dem Sommer gestartet werden. Seitens der Bundesregierung wolle man einen Runden Tisch einberufen - und mit allen Betroffenen reden. Sturm glaubt, dass es im Herbst ernst wird, er wartet jedenfalls auf einen von Faymann angekündigte Brief, der den Gesprächsreigen ankündigen soll. Vor wenigen Wochen war er im Interview mit derStandard.at noch sehr optimistisch, dass es nach der Wahl zu einer Lösung kommen werde.

BZÖ fordert Minderheitenfeststellung

Das BZÖ ist nach wie vor gegen die weitere Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln. Es fordert zuvor auf eine Minderheitenfeststellung, denn, so der Kärntner Landesparteiobmann Uwe Scheuch: "Wenn diese abgeschlossen ist, wird man wahrscheinlich zur Erkenntnis gelangen, dass bereits jetzt zu viele zweisprachige Ortstafeln vorhanden sind." (rwh, APA, derStandard.at, 19.März 2009)

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    Über die Ortstafelfrage soll noch vor dem Sommer wieder diskutiert werden.

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