Russland begrüßt Verzögerung des US-Radars in Tschechien

19. März 2009, 21:48
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Keine Mehrheit: Prager Regierung verschob Abstimmung über Verträge mit USA

Moskau - Die russische Regierung hat die von Prag beschlossene Verzögerung der Parlamentsabstimmung über die Aufstellung des Raketenabwehr-Radars begrüßt. "Wir gehen davon aus, dass diese Entscheidung die überwiegende Stimmung in Tschechien widerspiegelt", erklärte Außenamtssprecher Nesterenko. +

Die tschechische Regierung hatte am Dienstag überraschend beschlossen, die beiden tschechisch-amerikanischen Radar-Verträge aus dem Abgeordnetenhaus zurückzuziehen. Premier Mirek Topolanek erklärte, so solle verhindert werden, dass die Abstimmungen im Parlament scheiterten.

Russland hält eine Einigung mit den USA im Streit um die geplante US-Raketenabwehr und beim Abschluss eines neuen START-Vertrags zur Verringerung strategischer Atomwaffen für möglich. Das sagte der russische Außenamtssprecher Andrej Nesterenko am Donnerstag laut Nachrichtenagentur RIA Novosti in Moskau. "Wir haben das Potenzial für eine Einigung."

Moskau sieht die "einseitigen Pläne" der früheren US-Administration unter George W. Bush, in Tschechien und Polen ein Radar bzw. Raketen zu stationieren als "Bedrohung für unsere strategischen Kräfte". Russland und die USA wollen sich außerdem um ein Nachfolgeabkommen für den Ende 2009 auslaufenden START-Vertrag bemühen.(APA)

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