Brief an Fekter

17. März 2009, 20:39
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Kollegen stehen US-Lehrer "solidarisch zur Seite" - Anwalt: Die beiden Polizisten wurden noch immer nicht einvernommen

"Es ist sehr besorgniserregend, dass heutzutage in einer demokratischen Gesellschaft ein Mensch im Zuge einer Amtshandlung derart behandelt werden kann." Der Betriebsrat der Vienna International School, an der das mutmaßliche Polizeiopfer Michael Brennan als Sportlehrer tätig ist, hat sich nun in einem Schreiben an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) gewandt.

Wie berichtet, war der US-Bürger am 11. Februar in der Wiener U-Bahn-Station Spittelau von zwei Drogenfahndern in Zivil mit einem Dealer verwechselt und verletzt worden. Das Ergebnis der Amtshandlung: Verstauchungen und zwei gebrochene Wirbelfortsätze. Brennan ist seither im Krankenstand, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Man werde die weiteren rechtlichen Schritte genauestens verfolgen und Brennan "solidarisch zur Seite stehen", schreiben dessen Kollegen.

Am Donnerstag wird Michael Brennan von einem medizinischen Gutachter untersucht, sagt dessen Anwalt Wilfried Embacher zum Standard. Die beiden Polizisten seien jedenfalls noch immer nicht einvernommen worden, so der Anwalt. Sie versehen nach wie vor Dienst. Denn laut einem Zwischenbericht einer internen Untersuchung konnte die Exekutive keine Misshandlungen, sondern nur eine Verwechslung erkennen.  (Bettina Fernsebner-Kokert/DER STANDARD-Printausgabe, 18.3.2009)

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