Kleiner Einschlag des Cometen

17. März 2009, 20:32
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Vergangene Woche wurden die öffentlichen Gelder für vier K-Projekte bewilligt - der kleinste Posten im Kompetenzzentrenprogramm Comet

Energieeffizientes Bauen, Holzforschung, die Entwicklung intelligenter Textilien und zerstörungsfreies Prüfen von Materialien sind die Themen der vier K-Projekte, die vergangene Woche den Zuschlag bei der Comet-Ausschreibung erhielten. Die Projekte sind teilweise auch als vorbereitende Phase und Sprungbrett für ein Kompetenzzentrum angelegt - wie bei "FB - Future Building" aus Niederösterreich. "Unsere Grundidee ist das nachhaltige Bauen", sagt Renate Hammer vom Department Bauen und Wohnen der Donau-Uni Krems. "Die Bauindustrie steht unter einem hohen Druck: Material und Energie werden knapper und teurer", meint die Architektin.

Für die Erforschung neuer Materialien und Verfahren bis hin zur Klimafolgenabschätzung haben sich neben Forschungseinrichtungen wie der Universität für Bodenkultur insgesamt 17 Unternehmen geschart. Getragen wird das Projekt von der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus.

Durch den Antragsdschungel hat sich auch das Projekt "HFA-timber - Timber in Material, Building and Environmental Research" der Holzforschung Austria aus Wien gekämpft. 3,9 Mio. Euro Budget sollen einerseits für die Entwicklung einer Mikrowellentechnik zur Durchleuchtung von Holz verwendet werden. "Dabei werden Rund- und Schnittholz bei gleichbleibender Verarbeitungsgeschwindigkeit vollautomatisch erfasst", so Peter Linsenmann von der Holzforschung Austria.

Andererseits wird in Richtung Bauen und Wohnen geforscht: Das Ziel sind Lüftungssteuerungen für einen verbesserten Klimakomfort in Holzhäusern oder ein Fensterelement, das, zusammen mit Internorm entwickelt, die Schwachstelle Fensterrahmen eliminieren soll. Bei der Einreichung war die Stadt Wien, die insgesamt fünf Projekte ins Rennen schickte, maßgeblich beteiligt.

Kluge Textilien

Aus Tirol und Vorarlberg hat das Projektkonsortium "Sports Textiles" den Zuschlag erhalten. Hier steht die Entwicklung von intelligenten Textilien, die nicht nur im Profisport zum Einsatz kommen sollen, im Vordergrund.

Kooperationspartner sind der Österreichische Skiverband, einige heimische Sporttextilienhersteller, der Vorarlberger Textilverein, die Uni Innsbruck und das Tiroler Technologiezentrum Ski- und Alpinsport. Das Ziel, sich mittelfristig durch neue Materialien und Konzepte gegenüber der meist billigeren, fernöstlichen Konkurrenz zu unterscheiden, war wohl auch für die Jury ein wichtiger Faktor.

Den vierten Zuschlag erhielt das Projekt "ZPT - Zerstörungsfreie Prüfung und Tomografie" rund um ein Tochterunternehmen der Fachhochschule Oberösterreich. Mit diesem K-Projekt soll es möglich werden, wesentliche Aktivitäten im Bereich der kostenschonenden, zerstörungsfreien Materialprüfung zu bündeln und ein neues Forschungs- und Entwicklungsangebot für die Industrie zu entwickeln.

Angewendet werden sollen die neuen Erkenntnisse vor allem in der Flugzeug-, Auto-, Maschinenbau- und Werkstoffindustrie, wo auch die meisten Wirtschaftspartner angesiedelt sind. (Klaus Lackner/STANDARD,Printausgabe, 18.3.2009)

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    Holzforschung, energieeffizientes Bauen, intelligente Textilien, aber auch neue Testmethoden für Materialprüfungen: Diese Themen überzeugten die Jury.

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