Weniger Insekten in Tschernobyl

18. März 2009, 01:00
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Durch Radioaktivität sinkt Zahl der wirbellosen Tiere

Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der betroffenen Region. Das hat eine "Volkszählung" bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfer gezeigt.

Anders Pape Möller von der Universität Paris-Sud und Timothy Mousseau von der Universität von South Carolina (USA) zählten zudem die Spinnennetze in der Gegend um den Reaktor. Mit zunehmender Strahlung sinke die Zahl aller dieser wirbellosen Tiere, berichten die Forscher in den aktuellen Biology Letters der britischen Royal Society.

Möller hatte in den Wäldern von Tschernobyl von 2006 bis 2008 jeweils im Mai und Juni an 731 Punkten Insekten und Spinnennetze gezählt sowie die Strahlenbelastung gemessen. Die sei mit Abstand die umfangreichste Datensammlung über die Häufigkeit von Tieren um Tschernobyl, meinte er. Die Analyse ergab, dass die Zahl der untersuchten Tiere im Mittel mit steigender Strahlenbelastung abnahm, auch wenn andere Einflüsse wie etwa Bodenart, Lebensraum und Bewuchs berücksichtigt wurden. Eine frühere Studie derselben Autoren hatte bereits ähnliche Ergebnisse für die Häufigkeit und Vielfalt von Vögeln in der Region um Tschernobyl ergeben.

Im Kernkraftwerk von Tschernobyl in der heutigen Ukraine hatte sich am 26. April 1986 das bisher schwerste Reaktorunglück in der Geschichte ereignet, bei dem der Reaktorkern sowie das Gebäude von Block 4 des Atomkraftwerks zerstört wurden. Die Strahlung verbreitete sich daraufhin über ganz Europa. (APA, red/STANDARD,Printausgabe, 18.3.2009)

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