"Habe geträumt, Astronaut zu werden"

17. März 2009, 19:34
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Der deutsche Berufssoldat Oliver Knickel ist einer von vier Teilnehmern an einem Projekt, in dem die Mission zum Mars auf der Erde in einer Isolationsstation getestet wird.

Antje Schmid stellte die Fragen.

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STANDARD: Warum haben Sie sich beworben?

Knickel: Da ich aus Interesse öfter die Aktivitäten der Europäischen Weltraumorganisation ESA auf ihrer Homepage verfolge, bin ich kurz nach der Ausschreibung im Internet auf das Programm aufmerksam geworden. Daraufhin habe ich sofort, es war 23 Uhr, meine Bewerbung ausgefüllt und abgeschickt.

STANDARD: Haben Sie schon länger den Wunsch gehabt, Astronaut zu werden?

Knickel: Ich habe den Beruf des Astronauten immer schon für unheimlich vielseitig, herausfordernd und interessant gehalten und bereits als Kind davon geträumt, Astronaut zu werden. Allerdings nicht öfter, als ich auch davon geträumt habe, Torwart oder Lokomotivführer zu werden. Bei dem Isolationsexperiment jetzt werde ich aber nur die Tätigkeit eines Astronauten simulieren, ohne selbst einer zu sein.

STANDARD: Wie bereiten Sie sich auf die Zeit in Moskau vor?

Knickel: Bis vor kurzem haben sich meine Vorbereitungen darauf beschränkt, meine Russischkenntnisse etwas aufzufrischen. Zurzeit investiere ich aber jede Sekunde des Tages, um die anstehenden Aufgaben während des Projekts möglichst gut ausführen zu können. Wir werden in der Isolationskammer ja Versuche durchführen wie echte Astronauten.

STANDARD: Wie läuft das Training in Russland?

Knickel: Das Training befindet sich im Moment noch in der Anfangsphase. Wir beschäftigen uns mit allgemeinen Themen: Wir absolvieren ein Winterüberlebenstraining und lernen Lebenserhaltungssysteme auf der internationalen Raumstation ISS kennen. In den kommenden Tagen werden wir dann die geplanten Experimente im Detail vorbereiten. (STANDARD,Printausgabe, 18.3.2009)

Zur Person
Oliver Knickel (28) ist Maschinenbauingenieur bei der deutschen Bundeswehr.

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