Italiengeschäft leidet

17. März 2009, 17:35
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Vier Milliarden Euro Nettogewinn - Abschreibungsbedarf steigt

Mailand - UniCredit wird sowohl in Italien wie auch in Österreich Staatshilfe beanspruchen. Nach den letzten Meldungen werden die Banker in Italien um rund 1,5 Mrd. Euro und in Österreich um rund 2,5 Mrd. Euro ansuchen. "Wir sind bei den Verhandlungen flexibel und wollen uns alle Möglichkeiten offen lassen" meinte ein Banksprecher in Mailand. Auf genaue Beträge wollte er sich nicht festlegen.

Mit einem Nettogewinn von vier Mrd. Euro und einem operativen Ergebnis von 13 Milliarden Euro schneidet die Mailänder Bank-Austria-Mutter UniCredit Group 2008 zweifellos besser ab als zahlreiche ihrer Konkurrenten. "Die Bilanzergebnisse bringen keine Überraschung", bestätigte ein Unternehmenssprecher, der auf hohe Abschreibungen angesprochen wurde. Zweifellos "werden die Abschreibungen für 2009 wesentlich höher ausfallen als für 2008".

Aus banknahen Kreisen wurde bestätigt, dass das Problem nicht bei den osteuropäischen Banken sondern vielmehr im Italiengeschäft liege. Das in München bei der HypoVereinsbank HVB angesiedelte Investmentbanking habe 2008 rote Zahlen geschrieben. 

Bei der laufenden Umstrukturierung der Bankgruppe wird denn auch mehr auf Retailbanking, Firmenkundengeschäft und Private Banking gesetzt. Nachdem der UniCredit-Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um 95 Prozent auf Penny-Stock-Niveau gesunken ist, haben sie seit vergangener Woche wieder leicht zugelegt. (Thesy Kness-Bastaroliaus Mailand, DER STANDARD, Printausgabe, 18.3.2009)

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