Toyota: Die Gelassenheit auf der Straße

17. März 2009, 17:05
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Das Bangen beim Garagieren: Toyota RAV4 2,2 D-4D 135 Cross Sport - Ein WM-Ausritt

Was das Fahren betrifft, kann nur Gutes gesagt werden über den dicken Toyota. Der Weg ist breit von Wien nach Val d'Isère, und es gibt genau zwei Philosophien, was die Anreise ausdem Osten betrifft. Die eine favorisiert die Route über die italienische Autobahn, auf der es sich flott, aber nicht immer stressfrei gleiten lässt, und auf der winters stets Nebel droht. Die andere präferiert die Schweizer Autobahn, auf der man sich wie ein Outlaw vorkommt, wenn man die  Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um zehn Prozent überschreitet.

Jahrelange Routine führte dazu, dass man die stressfreie Variante bevorzugt. Und wieder wurde der Eindruck bestätigt, dass der Verkehr in der Schweiz zwar etwas langsamer, dafür aber viel flüssiger läuft. Noch dazu drängt einem der Dicke einen gelassenen Fahrstil geradezu auf. Also kommt man entspannt in Hochsavoyen an. Und verkrampft erst dann, wenn man des schmalen Garagentors unter dem Appartement ansichtig wird. Seitenspiegel einklappen, hineinfahren, sind ja noch auf jeder Seite gut eineinhalb Zentimeter Platz, Motor abschalten, denn es handelt sich um einen Lift, der einen erst hinunter in die Tiefen der Garage bringt. Das Rausfahren aus demLift ist auch kein Honiglecken, aber sogar das gelingt unfallfrei, wenn auch nicht im ersten Versuch. Und vergleichsweise ist der RAV4 gar nicht so dick, denn der Kollege im Kleinbus scheitert bei der Einfahrt kläglich.Zwei Wochen Ski-WM bringen reichlich Schnee und reichlich Arbeit. Und doch vergeht kein Tag ohne Sorge. Wie komm' ich da je wieder raus? Wenigstens muss man nicht Schnee schaufeln wie etwa der Gescheiterte. Selbst verfügt man (quasi) über einen kompetenten und geduldigen Beifahrer, der einem beim Reversieren ansagt, und es dauert keine halbe Stunde, ehe der unversehrte RAV4wieder die Sonne schaut.

Die Enge eines Tores fördert also die Schwäche des prinzipiell unaufgeregten Dicken gnadenlos zutage. Die Heimfahrt bei Schneetreiben und also -fahrbahn zeigt dann eindrucksvoll seine Stärke, die nicht zuletzt auf dem permanenten Allradantrieb samt einem Haufen Elektronik beruht. (bez/DER STANDARD/13.3.2009)

  • Seine Stärken spielt der RAV4 auf Schnee, Gatsch oder auf einem weitläufigen Parkplatz aus.
    foto: zelsacher

    Seine Stärken spielt der RAV4 auf Schnee, Gatsch oder auf einem weitläufigen Parkplatz aus.

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