Der nächste Schritt zur Heim-EM

17. März 2009, 18:36
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Österreicher üben in der Wiener Stadthalle gegen Norwegen, Ungarn und Tunesien

Wien - "Ich möchte die Skandinavier überraschen und sie einfach schlagen", sagt Dagur Sigurdsson, Trainer der besten männlichen Handballer Österreichs. Der 35-Jährige, seit bald einem Jahr im Amt, begehrt einen solchen Erfolg weniger, weil er als Isländer ein Naheverhältnis zu Skandinaviern hat. Vielmehr begehrt er ihn, weil ein solcher Erfolg Bestätigung dafür wäre, dass etwas weitergeht mit dem Nationalteam.

Fortschritte will Sigurdsson also sehen, knapp ein Jahr vor der Heim-EM, die vom 19. bis 31. Jänner 2010 aufgeführt wird. Gezeigt können sie von Freitag bis Sonntag in der Wiener Stadthalle werden, genauer in der kleineren, kuscheligen B-Halle. Österreich trifft im Samsung-Cup in dieser Reihenfolge auf Norwegen, Ungarn (je 20.15) und Tunesien (13).

Die Veranstaltung ist gleichsam der dritte von fünf großen Schritten Richtung EM, die in Innsbruck, Graz, Wiener Neustadt, Linz und Wien ausgespielt wird. Alle EM-Hallen sollten von Vierer-Nationen-Turnieren mit Österreich besucht werden.

Den Anfang machte Innsbruck im März des Vorjahres. Da schlugen Sigurdssons Mannen sogar die (allerdings ersatzgeschwächten) Deutschen, belegten hinter Schweden Rang zwei. Im folgenden November und in Graz setzte es gegen den damals regierenden Europameister Dänemark dafür Watschen im Ausmaß von 22:39, die Trainer und Spieler immer noch schmerzen. Nach einer weiteren Niederlage gegen Kroatien, das sich mittlerweile Vizeeuropameister nennen darf, blieb Rang drei.

Am Wochenende soll es wieder aufwärts gehen, wenngleich Norweger und Ungarn keine Lercherln sind. Helfen könnte, dass die Gegner ersatzgeschwächt sind. Die Tunesier entbehren gar aller Topstars, weshalb am Sonntag, also am Tag vor dem tunesischen Nationalfeiertag, für sie der vierte und letzte Platz herausschauen kann. Ein Problem könnte sein, dass auch Österreich einige Stützen vorgeben muss. So ist Konrad Wilczynski, linker Flügel im Team und bei den Füchsen Berlin, verletzt.

Am Ziel ändert das nichts. "Wir müssen gefestigter werden für ein Turnier wie die EM. Wir wollen zwei, drei Siege", sagt Viktor Szilagyi, der mit 548 Treffern erfolgreichste Schütze im Kader. Guten Spielen dürfen keine desolaten, wie gegen Dänemark, mehr folgen. Oder vorangehen. Weshalb Sigurdsson die Skandinavier, konkret die Norweger schlagen will am Freitag. ORF Sport Plus überträgt alle Österreichpartien live. (lü - DER STANDARD PRINTAUSGABE 18.3. 2009)

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