Innsbrucker Forscher finden potentiellen Tumor-Unterdrücker

21. März 2009, 10:07
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Bei der Hälfte aller Krebserkrankungen ist das Gen Myc unterdrückt

Innsbruck - Innsbrucker Forscher haben einen potenziellen Tumor-Unterdrücker identifizieren können. In der Regulation der Zelle spiele das Myc-Gen nach Angaben vom Montag eine entscheidende Rolle. Bei der Hälfte aller Krebserkrankungen sei dieses Gen verändert.

Forscher um Univ.-Prof. Klaus Bister von der Universität Innsbruck hätten nun nachgewiesen, dass der Effekt dieses Onkogens durch das Gen BASP1 gezielt blockiert und damit das für Tumoren charakteristische, überschießende Zellwachstum verhindert werden könne. Darüber berichten die Biochemiker nun in der Onlineausgabe der US-Fachzeitschrift PNAS.

Blockierter Zelltod

Beim Wachstum von Organismen durch Zellteilung nehme das Gen Myc eine zentrale Stellung ein. Aus dem Myc-Gen werde ein Protein erzeugt, das als Transkriptionsfaktor die Expression von 15 Prozent aller menschlichen Gene reguliert. Mutiere dieses Gen zum Onkogen, werde die Zelle zu verstärktem Wachstum angetrieben und der natürliche Zelltod blockiert.

Damit trage das Gen entscheidend zur Entstehung vieler Krebserkrankungen bei. Pharmakologische Substanzen fänden keine Angriffspunkte, da Myc keine eigene enzymatische Aktivität besitze. Wissenschafter aus aller Welt seien deshalb bemüht, alternative Wege zur Hemmung dieses Onkogens zu finden.

Exakte Funktion unbekannt

Die Innsbrucker Forscher hätten erstmals gezeigt, dass Myc die Expression des Gens BASP1 unterdrücke. In Zellexperimenten hätten sie den Nachweis erbringen können, dass BASP1 die überschießende Funktion von Myc gezielt hemmen könne. Die exakte biochemische Funktion von BASP1 sei heute noch unbekannt, laut Bister gebe es in den Experimenten aber eindeutige Hinweise darauf, dass die durch das Onkogen Myc ausgelöste Zelltransformation mittels BASP1 gezielt blockiert werden könne und das Gen damit als Tumor-Unterdrücker wirke. Diese Erkenntnis könnte in Zukunft die Entwicklung von neuen Arzneimitteln ermöglichen, die die Entstehung von Tumoren eindämmen. (APA)

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