Opel geht im Internet gegen Fehlinformationen und Mythen vor

17. März 2009, 15:23
posten

Weniger vehement bestreitet Autobauer Gerüchte, dass Liquidität lediglich bis Mai gesichert ist

Der Sanierungsplan ist lückenhaft, die Patente verpfändet und die Liquidität bald aufgebraucht: Gegen derartige "Legenden und Fehlinformationen" will der angeschlagene Autobauer Opel auf einer neuen Internetseite vorgehen. "Jedem populären Mythos setzen wir Fakten entgegen - klar und einfach. Und wir stehen hinter diesen Fakten", schreiben Opel und der Europa-Ableger des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) in der Einleitung ihrer Seite.

In insgesamt zehn Punkten will der ums Überleben kämpfende Hersteller für Klarheit sorgen, der auf der Suche nach Privatinvestoren ist und sich staatliche Unterstützung bemüht. Allen voran wird dem von zahlreichen Politikern erhobenen Vorwurf widersprochen, der Sanierungsplan für das Geschäft eines künftigen europäischen Konzerns Opel/Vauxhall sei lückenhaft: "GM Europa hat einen umfassenden Plan vorgelegt, der klar aufzeigt, wie die Marken Opel und Vauxhall in Europa gedeihen können."

Der Rettungsplan beinhalte eine detaillierte Liste neuer und geplanter Produkte und Technologien. Zudem zeige die Finanzanalyse deutlich, dass die gesamte Autobranche unter dem katastrophalen Nachfrageeinbruch in Folge der Finanz- und Kreditkrise leide. Gleichzeitig werde dargelegt, welche Schritte geplant sind, um sich auf die neue Realität einzustellen. Dazu zähle die Gründung eines eigenständigen europäischen Unternehmens, das aber weiterhin von der GM-Technologie und -Größe profitieren müsse.

Reine Fiktion sei auch, dass GM die Patente von Opel verpfändet habe, um an US-Kredite zu kommen. Opel habe derzeit und auch künftig in einem eigenständigen Unternehmen vollen Zugang zum geistigen Eigentum. Man gehe davon aus, dass dies auch im Falle einer Insolvenz von GM so bleibe.

Weniger vehement bestreitet der Autobauer Gerüchte, Opels Liquidität sei lediglich bis Mai gesichert: "Ein substanzielles Risiko besteht weiterhin, aber GM Europa arbeitet hart daran, Bares zu sparen, Kosten zu senken und den Absatz anzukurbeln." Derzeit sehe es so aus, als würden die Barreserven von GME bis Ende des zweiten Quartals ausreichen. Dafür müsse sich der Markt aber weiter stabilisieren. In einem Blog-Beitrag schreibt GME-Chef Carl-Peter Forster auf der Internetseite: "Wir haben eine Reihe interner Maßnahmen eingeleitet, damit unsere Barreserven bis zum Ende des zweiten Quartals ausreichen." (APA)

Link

Opel

Share if you care.