42 Mio. Koffer gingen 2007 verloren

17. März 2009, 17:07
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Jedes Jahr verschlampen Fluggesellschaften auf der ganzen Welt mehr Gepäckstücke. Rund drei Prozent aller Gepäckstücke tauchen nie wieder auf

Der "Baggage report" für 2008, erstellt vom britischen Rat der Luftfahrtpassagiere (Air Transport Users Council, AUC), berichtet von 42 Millionen Gepäckstücken, die 2007 durch Fluggesellschaften weltweit verschlampt wurden. 2006 waren es noch 34 Millionen Stück, 30 Millionen im Jahr zuvor.

Durchschnittlich gehen alljährlich rund 1,2 Millionen Gepäckstücke unwiederbringlich verloren was bedeutet, dass auf zweitausend Flugpassagiere ein verlorener Koffer kommt. Aufgrund des Passagierwachstums prognostiziert SITA, Spezialist für Luftfahrt und Transport, dass bis 2019 rund 70 Millionen Koffer ihre Besitzer nicht bis ans Reiseziel begleiten werden.

Fluggesellschaften sind dazu verpflichtet, das Gepäck ihrer Passagiere mit größtmöglicher Sorgfalt zu behandeln und im Falle einer Beschädigung bzw. des Verlustes von Gepäckstücken für entsprechenden Schadenersatz zu sorgen.

Erfahrungswerte aus eingehenden Beschwerden beim AUC zeigen jedoch, dass Airlines häufig den Ansprüchen der Passagiere nicht Folge leisten. Die häufigsten Beschwerden von Passagieren, die beim AUC eingehen, beziehen sich darauf, dass durch den Verlust von Gepäckstücken notwendige Auslagen für den Kauf von Toiletteartikel oder Kleidern nicht rückerstattet werden, obwohl es sich dabei um Kleinbeträge handelt.

Der AUC zeigt sich enttäuscht, dass, angesichts der 2.000 Beschwerden über verlorenes Gepäck, die seit 2004 eingegangen sind, die Montrealer Konvention nicht das gehalten hat, was man sich davon versprochen hatte. Es scheine, so der AUC, dass sich, trotz der Konvention, immer noch ein Großteil der Fluggesellschaften weigere, ihren Passagieren ihre Rechte einzuräumen.

Laut AUC sind Airlines dazu verpflichtet, ihnen anvertrautes Gepäck pünktlich und unbeschädigt am Zielflughafen abzuliefern. Im Falle von Beschädigungen oder Verlust müssten Fluggesellschaften auf jeden Fall dafür sorgen, dass ihren Kunden kein weiterer Schaden entstünde, wie etwa zusätzliche Ausgaben für dringend benötigte Artikel, die später nicht refundiert werden. Weiters beklagt der AUC die unpraktische, aber durchaus übliche Vorgehensweise von Airlines, detaillierte Listen oder Rechnungen über den Inhalt von Koffern anzufordern. Fluggesellschaften würden sich laut AUC wie Versicherungsgesellschaften verhalten, dabei seien sie verantwortlich, wenn Gepäck beschädigt wird oder verloren geht. (ham/derStandard.at/17.3.2009)

 

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    Anstatt den Urlaub entspannt anzutreten, müssen Passagiere oft Stunden oder Tage auf ihre Gepäck warten.

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