Österreichische Weltraum-Rüstung für Mars-Expedition

17. März 2009, 14:14
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Innsbrucker Wissenschafter entwickeln simulierten Prototypen eines Raumanzuges für bemannte Erforschung des Nachbarplaneten

Innsbruck - Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) und die Universität Innsbruck sind maßgeblich an zukünftigen Mars-Projekten beteiligt. Konkret entwickeln sie gemeinsam den simulierter Prototypen eines Raumanzuges für bemannte Expeditionen zum Nachbarplaneten.

"Mit dem Projekt 'Pol-Ares-Aouda' soll kein 'echter' sondern ein sogenannter Analog-Raumanzug gefertigt werden", erklärte Gernot Grömer vom ÖWF am Dienstag. Damit sollten sämtliche Anforderungen einer Marslandung simuliert werden können. Der Prototyp soll im Juli dieses Jahres der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Test unter "Mars-Bedingungen"

Nach einer eingehenden Testphase und allfälligen Verbesserungen soll er 2010/11 unter "Mars-Bedingungen" auf der Erde getestet werden. Der Sinn einer derartigen Analog-Forschung sei, dass man auf der Erde all jene Bedingungen und Anforderungen möglichst realistisch vorbereitet und testet, die später eine bemannte Mission zum Mars ermöglichen beziehungsweise erleichtern könnten. "Er soll beispielsweise alle Einschränkungen simulieren, die ein realer Raumanzug auf dem Mars bieten würde", schilderte Grömer. So würden optimale Trainingsbedingungen für eine Exploration erreicht werden.

Das Hauptaugenmerk von "Pol-Ares" liege bei der Schnittstelle Mensch-Maschine. Zudem werde im Rahmen des Projekts daran gearbeitet eine "mögliche Verschmutzung während einer Mission auf der Oberfläche eine Planeten" zu vermeiden. Ein Hauptaspekt sei dabei unter anderem die Untersuchung verschiedener Überträger einer möglichen Kontamination und die Messung der Menge des übertragenen biologischen Materials.

45 Kilogramm schwere Panzer

Der Anzug bestehe aus einem rüstungsähnlichen Hard-Upper-Torso, sprich: einem nicht flexiblen Oberpanzer, und sei rund 45 Kilogramm schwer. Er verfüge über "viele Besonderheiten" wie eine thermoelektrische Kühlung, eine Breitband-Wireless-Kommunikation, ein experimentelles Mensch-Maschine-Interface mit Gestik- und Sprachsteuerung und volle medizinische Telemetrie. Der Anzug könne mehrere Stunden am Stück sowohl in der Wüste bei bis zu plus 50 Grad Celsius als auch in der Arktis bei minus 25 Grad Celsius eingesetzt werden. Als Außenhaut werde eine Spezialhülle verwendet. (APA/red)

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    Steinig und unwirtlich ist die Oberfläche des Mars. Ein entsprechender Raumanzug muss den dort herrschenden Bedingungen mehrere Stunden standhalten können.

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