Gewerkschaft will Ganz­tagsbetreuung streichen

17. März 2009, 11:30
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Ministerin Schmied erteilt jedoch eine Absage: "Reformen nicht zulasten der Kinder umsetzen" - Nächstes Treffen am Freitag

Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Walter Riegler nimmt Claudia Schmieds Aufruf, Lösungsvorschläge zu bringen, ernst: Er fordert die Ministerin auf, auf die Ganztagsbetreuung zu verzichten. So könne Schmied ihr Budget-Problem lösen, ohne die Lehrer zu mehr Unterricht zu verpflichten: "Ich frage mich, warum bestellen wir uns zusätzlich ganztätige Schulformen, wenn wir es uns nicht leisten können?", sagt er in der Dienstag-Ausgabe des "Kurier".

Dem Vorschlag hat Schmied am Dienstag eine klare Absage erteilt. "Das hieße, Reformen zulasten der Kinder umzusetzen". Ein weiteres Gespräch mit Lehrervertretern würde am kommenden Freitag stattfinden. Sie erwartet jetzt Vorschläge der Gewerkschaft, so Schmied vor dem Ministerrat. Der Lehrer-Streit ist heute Thema im Ministerrat. Bildungsministerin Claudia Schmied informiert über ihr weiteres Vorgehen, nachdem zwei Treffen mit der Lehrergewerkschaft bereits erfolglos waren.

Nächstes Treffen Freitag

"Ich habe die Lehrergewerkschaft schriftlich eingeladen und erwarte mir jetzt Vorschläge." Die Streichung der ganztätigen Angebote komme aus ihrer Sicht nicht infrage. Zum Vorschlag, schulautonome Tage zu streichen - die HTL Mödling hatte das etwa angedacht -  wollte sie sich noch nicht äußern: "Ich bin auf das Gespräch am Freitag gespannt". Kein Weg sei aber, die Dauer der Unterrichtsstunden auf 45 Minuten zu kürzen. Auch dies würde zulasten der Kinder gehen.

Die Budgetsituation sei der Gewerkschaft bekannt. "Ich habe die Eckdaten erläutert, der Finanzbedarf ist klar", so Schmied. 90 Prozent des Budgets seien Personalkosten. "Rückendeckung" erwarte sie sich jedenfalls auch von Finanzminister Josef Pröll.  (APA/red/derStandard.at, 17. März 2009)

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    Schmied erwartet sich von der Gewerkschaft Vorschläge. Den ersten hat sie abgelehnt.

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