Staatsanwaltschaft ermittelt nach Tod von Zweijährigem

17. März 2009, 09:20
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Wegen des Verdachtes der Vernachlässigung von Unmündigen

Nach dem Tod eines zweieinhalbjährigen Buben in Osttirol ermittelt die Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Hintergrund ist der Verdacht der Vernachlässigung eines Unmündigen. Seine Eltern könnten sich nicht an Behandlungsvorschläge von Ärzten gehalten haben.

Der Tod des Buben sei nicht der erste Schicksalsschlag, den seine Familie verkraften müsse, berichtete die Tiroler Tageszeitung in ihrer Dienstagausgabe. Seine beiden Brüder starben ebenfalls sehr jung. Wie Jakob hätten auch sie an einer Erbkrankheit gelitten, die das Immunsystem schwäche. Durch den Tod von Jakobs Brüdern dürften die Eltern den Glauben an die Schulmedizin verloren haben. Darauf deute auch hin, dass der Bub schon lange nicht mehr im Lienzer Krankenhaus behandelt worden sei.

Zu Hause gepflegt

"Jakob war zuletzt vor eineinhalb Jahren bei uns im Spital", erklärte Alfred Fast, Sprecher des Bezirkskrankenhauses Lienz, in der Zeitung: "Damals wurde eine Verdachtsdiagnose gestellt und das Kind in die Klinik nach Innsbruck und später nach Ulm überwiesen. Die Eltern des Buben haben aber die Behandlungsvorschläge aus Innsbruck und Ulm nicht befolgt."

Stattdessen sollen die Eltern ihr Sorgenkind zu Hause gepflegt haben. Bis Jakob Anfang März starb. Beerdigt wurde der Bub am 13. März. Die Ermittlungen hat nun die Lienzer Amtsärztin ausgelöst: und zwar durch eine Anzeige. Laut Obduktion soll der Körper des kleinen Kindes stark ausgetrocknet gewesen sein. (APA)

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