Der Softwareladen im Handy

17. März 2009, 09:23
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Die Wahl des richtigen Handys ist nicht mehr nur eine Frage nach der besten Hardware. Der Nutzer will für sein Gerät auch Tools für Arbeit und Spiel, die er mobil einkaufen kann.

Apple hat es vorgemacht, die Konkurrenz hüpft es nach: Software ("Applikationen") aller Art, mit der Smartphones zu einem individuellen mobilen Vielzweckgerät werden und die sich gratis oder für wenige Euros übers Handy herunterladen lässt. Der Clou dabei: Das Überspielen der Software aufs Handy ist fast so einfach wie Telefonieren. Gewünschtes Programm im Onlinestore antippen, via Funk wird dieses aufs Mobiltelefon übertragen, abgerechnet wird über eine hinterlegte Kreditkarte oder Bankverbindung.

Neue Stores in den Startlöchern

Als Erster heftete sich Ende Oktober 2008 Google mit dem Android-Marktplatz zum US-Start des ersten T-Mobile Google-Handys G1 auf die Software-Fersen Apples. Seit Anfang des Jahres scharren nun nach und nach Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM), Palm, Nokia und Microsoft mit eigenen Software-Shops für Smartphones in den Startlöchern. Auch der weltgrößte Online-Händler Amazon soll an einer Verkaufsplattform für Handy-Programme arbeiten. Mit gutem Grund: Der Verkauf von Software über das Handy soll ihnen eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen.

Über 500 Millionen Downloads

In dem im Juli 2008 gestarteten "App Store" für das iPhone und den iPod Touch kann der Nutzer mittlerweile aus mehr als 25.000 Programmen wählen (vom Übersetzungstool bis hin zum virtuellen Bierglas), die Zahl der Downloads hat Apple zufolge im Jänner die 500-Millionen-Grenze überschritten. 1,2 Millionen Dollar soll der Konzern damit pro Tag umsetzen. Im Schnitt soll jeder der rund 18 Millionen iPhone-Besitzer weltweit 20 Programme auf sein Gerät geladen haben.

Der Großteil der Anwendungen wird nicht von den Shopeigentümern, sondern unabhängigen Softwareentwicklern angeboten. Bei Apple erhalten diese bei jedem Download 70 Prozent der Erlöse.

Palm Software Store

Auch der kommende Palm Pre wird einen über das Smartphone zugänglichen App Store erhalten. Pre-Marktstart ist der 29. Juli. Besitzer bisheriger Palm-Smartphones (mit dem alten Palm-Betriebssystem oder Windows Mobile) können im "Palm Software Store" derzeit unter mehr als 5000 Programme aussuchen.

Nokia Ovi

Für das Betriebssystem Symbian, das unter anderem auf allen Nokia-Geräten installiert ist, gibt es zwar schon zigtausende Applikationen, einen Überblick über sie jedoch nicht. Über das Webportal Nokia Ovi, über das die Finnen bereits bereits Musik, Landkarten- sowie Navigationsdienste verkaufen, soll nun ab Mai das Software-Angebot für Symbian-Handys im App Store Ovi gebündelt werden.

App World

Blackberry App World nennt sich die neue Programmwelt des kanadischen Herstellers RIM, die noch im März starten soll. Für den Shop benötigt der Nutzer allerdings einen Blackberry mit Betriebssystem 4.2. oder höher.

Microsoft

Für Windows Mobile Phones gibt es zwar schon an die 20.000 Anwendungen auf Websites wie handango.com oder PocketGear.com. Sie sollen künftig mobil über den Windows Marketplace bezogen werden können. Eröffnung des Microsoft'schen Softwareladens für Handys: Nicht vor Endes des Jahres. (kat/ DER STANDARD Printausgabe, 17. März 2009)

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    Neue Online-Marktplätze sollen Handynutzer zum Software-kauf animieren.

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