Waffenbesitzer in Merkels Visier

16. März 2009, 20:03
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Nach dem Amoklauf in Winnenden streitet Deutschlands Koalition über schärfere Kontrollen für Waffenbesitzer

Waffenbesitzer in Deutschland sollen demnächst öfter unangemeldet Besuch von Kontrolleuren bekommen. Den Prüfern müssen sie dann nachweisen, dass sie Waffen und Munition auch tatsächlich ordnungsgemäß verstaut haben. Für eine dementsprechende Verschärfung des Waffenrechts spricht sich nun die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel aus. "Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen", sagt sie.

Der 17-jährige Tim K. hatte in der Vorwoche 15 Menschen und dann sich selbst getötet - mit einer Waffe, die sein Vater, ein Sportschütze, nicht korrekt aufbewahrt, sondern im Eltern-Schlafzimmer liegengelassen hatte. Doch Merkel wird in ihrem Vorstoß nicht vom Koalitionspartner SPD unterstützt. "Das ist nicht durchdacht", meint der Vorsitzende des parlamentarischen Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD). Man könne nicht ohne konkreten Verdacht zu Hausdurchsuchungen aufkreuzen. Außerdem wären angesichts der hohen Anzahl von Waffen in Privatbesitz ohnehin nur Stichproben möglich. Die Innenminister der Länder wollen den Vorschlag jedenfalls prüfen.

Merkel ließ durch ihren Sprecher am Montag noch einmal ausrichten, dass in Deutschland von der Qualität der Lebensmittel bis zur Einhaltung von Deklarierungspflichten vieles kontrolliert werde: "Dann muss es auch in einem so sensiblen Bereich wie der Waffenlagerung und -aufbewahrung möglich sein." (Birgit Baumann aus Berlin/DER STANDARD-Printausgabe, 17.3.2009)

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