Stronachs Welt wächst und wächst

12. März 2003, 09:59
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Magna Steyr will sich bei Produktion und Umsatz verdoppeln - Danach will der Auto-Zulieferer auch außerhalb Europas zulegen

Wien - Die zum Imperium des Austrokanadiers Frank Stronach gehörende Magna Steyr wird in den nächsten drei Jahren sowohl die Anzahl der hergestellten Autos als auch seinen Umsatz von derzeit 1,9 Mrd. Euro verdoppeln. Mit den heuer in Graz anlaufenden Großaufträgen von Saab und BMW wird Magna Steyr endgültig der bei weitem größte Auto-Auftragsproduzent in Europa. Dies sagte der im vergangenen Oktober angetretene neue Magna Steyr-Chef Herbert Demel am Dienstagabend bei einem Vortrag in Wien.

Heuer im Sommer läuft im durch den Eurostar-Zukauf vergrößerten Werk in Graz-Thondorf die Produktion des Saab Cabrio an, gegen Jahresende beginnt die Produktion des neuen BMW X3, des "kleinen Bruders" des erfolgreichen X5. Durch die neuen Fertigungsaufträge werde der Ausstoß in Graz bis 2005 auf an die 200.000 Stück pro Jahr verdoppelt, sagte Demel.

Bisher hat Magna Steyr in der Autoproduktion ausschließlich für DaimlerChrysler gearbeitet. Rund 65 Prozent des Gesamtumsatzes wird mit dem deutsch-amerikanischen Konzern mit Sitz in Stuttgart/Sindelfingen gemacht.

Diese Abhängigkeit von einem Kunden wird durch die neuen Aufträge von BMW und Saab-GM verringert. "Es ist für beide Teile klüger, wenn jetzt Saab und BMW dazu kommen", meinte Demel, der auf das Aus für den viertgrößten französischen Autohersteller Matra verwies. Matra hatte zuletzt ausschließlich für Renault gefertigt. Renault hatte vergangenes Jahr den Bau des Espace wieder an sich gezogen und erst vor wenigen Wochen die Einstellung des bei Matra gefertigten Oberklassenmodells Avantime verkündet.

Magna Steyr ist nach Eigenangaben schon heute der größte europäische Auftragsproduzent für die Originalhersteller. Durch die beiden neuen Großaufträge von BMW und Saab dürfte der (europäische) Marktanteil von Magna Steyr von derzeit 35 auf etwa 50 Prozent wachsen.

Mittelfristig wird sich das Wachstum des Konzerns freilich außerhalb Europas abspielen, deutete Demel bei einem Vortrag des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) an. "Wir müssen aufhören, nur in Graz wachsen zu wollen." Um "stabil zu bleiben" müsse Magna Steyr außerhalb Europas - etwa in Nordamerika - wachsen. Die dortigen Märkte würden für die in Graz produzierten Nischenfahrzeuge immer wichtiger. "Heute machen wir ein Drittel des Umsatzes außerhalb Europas, mit den neuen Produkten wird es bald die Hälfte sein", sagte Demel. Der außerhalb Europas erzielte Anteil an der Wertschöpfung von Magna Steyr liege dagegen weit darunter. (APA)

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