Hoffnung für Erdnussallergiker

11. März 2003, 14:08
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Behandlung mit Anti-IgE-Antikörper erhöht durchschnittlichen Schwellenwert, bei dem Studienteilnehmer auf Erdnüsse reagieren

Denver/Colorado - US-Forscher machen mit einem neuen Medikament Erdnuss-Allergikern Hoffnung. Die Behandlung mit einem Anti-IgE-Antikörper erhöhte den durchschnittlichen Schwellenwert, bei dem Studienteilnehmer auf Erdnüsse reagieren, von einer halben Erdnuss auf durchschnittlich neun Nüsse. IgE-Antikörper werden seit 1967 als wesentliche Vermittler einer allergischen Reaktion anerkannt.

IgE-Antikörper setzen sich an den Mastzellen fest, die von nun an sensibilisiert sind. Kommt es zu einem erneuten Kontakt mit der Allergie auslösenden Substanz, beginnt die Reaktionsphase. Es folgt die Freisetzung von Botenstoffen wie Histamin oder Leukotrien. Diese Botenstoffe sorgen für die beim Allergiker typischen Reaktionen.

Genetisch veränderter Antikörper

Das Forscherteam unter der Leitung von Donald Leung vom National Jewish Medical and Research Center setzte zur Behandlung von 82 Personen im Alter zwischen zwölf und sechzig Jahren die von der Firma Tanox entwickelte Substanz TNX-901 ein. Es handelt sich dabei um einen genetisch veränderten Antikörper, der sich an das IgE-Molekül bindet und dieses von der Auslösung einer allergischen Reaktion abhält. Durch die Blockierung des IgE-Moleküls wird eine Allergie bereits in einer früheren Phase verhindert als mit anderen Medikamenten, so die Forscher.

Diese Tatsache bewiesen die Wissenschaftler im Versuch mit Patienten mit einer schweren Erdnuss-Allergie. Sie erhielten im monatlichen Intervall vier Injektionen: Einen Placebo oder drei Dosen mit entweder 150 mg, dreihundert mg oder 450 mg TNX-901. Ein Viertel jener Patienten, die die höchste Dosis verabreicht erhielten, konnten rund achttausend mg Erdnussmehl (dies entspricht 24 Erdnüssen) ohne Reaktion konsumieren.

Keine Heilung

Im Durchschnitt stieg bei den Probanden dieser Gruppe die Empfindlichkeitsschwelle von 177 mg Erdnussmehl auf 2.805 mg. Schätzungen der Forscher zufolge ereignen sich die meisten tödlichen Fälle nach einer allergischen Reaktion infolge des Konsums von ein bis zwei Erdnüssen, was einem Äquvalent von 325 bis 650 mg Erdnussmehl entspricht. Dass Patienten selbst nach einer Injektion auf Erdnüsse reagierten, konnte nicht ausgeschlossen werden. Im Durchschnitt konnten aber mehr Nüsse ohne Reaktion gegessen werden.

"Die Ergebnisse zeigen, dass Anti-IgE-Antikörper das erste präventive Medikament gegen eine Erdnussallergie werden könnten", erklärt Leung. "Allerdings bringt die Anti-IgE-Therapie für die Erdnussallergie keine Heilung", setzt Hugh Sampson von der Mount Sinai School of Medicine fort. Wahrscheinlich werden Patienten mit IgE-Injektionen fortsetzen müssen, damit sie von den Vorteilen profitieren. Sie müssen auch weiterhin sorgfältig auf ihre Ernährung achten. Aber sie können mehr von einer Allergie auslösenden Substanz aufnehmen, bis es zu einer gefährlichen Reaktion kommt. (pte)

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