Bayern für Ostdeutsche attraktiv

10. März 2003, 14:48
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Seit 1998 sind 200.000 Zuwanderer, auf der Suche nach Arbeit, aus anderen Bundesländern nach Süddeutschland gezogen

Nürnberg - Der bayerische Arbeitsmarkt bleibt für Pendler und Zuwanderer aus dem Osten Deutschlands weiterhin attraktiv. Allein im Jahr 2001 zogen knapp 62.000 Menschen aus anderen Bundesländern nach Bayern. Die meisten seien aus Ostdeutschland gekommen, geht aus einer am Montag in Nürnberg veröffentlichten Analyse des Bayerischen Landesarbeitsamtes hervor. Hauptgrund für den Zuzug sei zu 40 Prozent die Suche nach einem Arbeitsplatz gewesen. Mehr als die Hälfte der Zugewanderten sei jünger als 30, viele hoch qualifiziert.

Der größte Teil der Ostzuwanderer stammte in 2001 mit knapp 14.000 aus Sachsen. Aus Sachsen-Anhalt seien rund 6.500, aus Thüringen knapp 6000 nach Bayern gezogen. Der Anteil der Brandenburger liege bei mehr als 5.000. Seit 1998 hätten mehr als 200.000 Menschen aus anderen Bundesländern ihren Wohnsitz in den Freistaat verlegt. Auch von ihnen stammte die Mehrheit aus dem Osten Deutschlands. Sie hätten sich bevorzugt in Oberbayern angesiedelt.

Zenit dieser Entwicklung erreicht

Der Norden Bayerns sei hauptsächlich von den Pendlerströmen aus dem benachbarten Thüringen und Sachsen betroffen. In einzelnen Regionen, wie Coburg, sei inzwischen jeder siebente Arbeitsplatz mit einem Pendler besetzt. Leidtragende dieser Entwicklung seien Arbeitssuchende, die ohnehin schon am Arbeitsmarkt benachteiligt seien, heißt es in der Analyse.

Möglicherweise sei aber der Zenit dieser Entwicklung erreicht. Es gebe erste Hinweise, dass künftig nur noch wenige Ost-Beschäftigte in Bayern einen Arbeitsplatz suchten. "Die sich verschlechternden Perspektiven in einigen Zielregionen Süddeutschlands mindern sicherlich die Attraktivität eines Wohnortwechsels." Außerdem trügen sich viele der zugewanderten Ostdeutschen mit dem Gedanken einer Rückkehr in ihre Heimat, heißt es unter Berufung auf eine sächsische Wanderungsanalyse.(APA/dpa)

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