Nutzlose Ausbildung

10. März 2003, 16:13
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Management-Experte Malik: "Hälfte aller Weiterbildungsmaßnahmen ist nutzlos" - Ausbildungsbudgets sollten halbiert werden

St. Gallen/Bregenz - Bei Aus- und Weiterbildung im Management könnten Unternehmen 50 Prozent der Kosten sparen, so der österreichische Managementexperte Fredmund Malik vom Managementzentrums St. Gallen (MZSG): "Die Hälfte aller Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ist nutzlos". Die Ausbildungsbudgets sollten deshalb halbiert und der verbliebene Rest "vernünftig eingesetzt" werden, erklärt Malik in der neuen Ausgabe der MZSG-Publikation "Seminar aktuell".

Mehr denn je verlange eine erfolgreiche Unternehmensführung heute "eine nüchterne Lagebeurteilung", so Malik. Man dürfe auf die derzeitigen Polarisierungen hereinfallen - "Einige reden die Situation noch schön, andere zeichnen ein nicht überwindbares Krisenszenario." Unternehmen sollten hingegen an den Orientierungsmarken robuste Geschäftsstrategie, kompromissloses Verbessern der Produktivität, professionelles Innovationsmanagement sowie Leistung und Verantwortung auf allen Ebenen festhalten.

"Management-Wissen aneignen"

"Zur Verantwortung einer Führungskraft gehört es auch, sich das erforderliche Management-Wissen anzueignen", so Malik, doch nicht alle Ausbildungskonzepte und -programme erfüllten ihren Zweck: "Wenn man die entsprechenden Budgets halbiert, den geistigen Schrott entsorgt und die zweite Hälfte vernünftig einsetzt, hat man eine Vervierfachung der ökonomischen Wirksamkeit: Für die halten Kosten die richtigen Inhalte, keinen Schaden mehr durch Unfug und die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit für die Mitarbeiter."

Der Managementexperte warnt davor, dass eine große Zahl von Beratern und Führungskräften "ihre Meinungen wie Hemden wechseln und so tun, als hätten sie es immer schon besser gewusst, nie Unsinn vertreten und früh gewarnt. Sie werden ihre Fahnen nach dem Winde drehen und hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, ihren früheren Blödsinn zu recherchieren." "Führer aller Organisationen" müssten auch den Mut aufbringen, "unbescheidenen Intellektuellen keine Plattform zu bieten" und "zu entfernen - aus Stabsorganisationen, Redaktionsteams, Beraterlisten und aus dem Ausbildungsbereich".(APA)

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