Saftiges aus Amstetten

16. März 2009, 17:41
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Wenn schon im Titel von einem "Monster" die Rede ist, kann es inhaltlich nur um eines gehen

Wenn schon im Titel von einem "Monster" die Rede ist, kann es inhaltlich nur um eines gehen: Saftige Details eines "außerordentlichen Verbrechens".

Die lieferte am Sonntagabend ATV zur Primetime, folgerichtig unter dem Titel: "Josef F. - Monster Mensch" . Da trat der Psychiater Reinhart Haller auf, der gar Analytisches sagte: Wie "genial" der vermeintliche Täter seine Opfer weggesperrt habe, wie "umsichtig" er gehandelt und wie mächtig er sich dabei gefühlt habe.

Haller weiter: Zumindest die Wissenschaft (wenn schon nicht die Medien) habe irgendwie ein Anrecht, zumindest die Entwicklung der "interessanten" Opfer (jene im Keller) zu untersuchen. Der Experte stand dabei vor einer Leinwand, auf der ein Thailand-Urlaubsfilm mit dem "Monster" in Endlosschleife lief. Nichts wurde ausgespart: Ob Josef F. mit thailändischen Prostituierten zugange war, ob er in einem Swinger-Club zu Gast war, und wie mies sich ehemalige Mieter nun fühlen, weil sie im "Horrorhaus" auch mal gefeiert haben. Das Interview mit einem Beinahe-Vergewaltigungsopfer durfte auch nicht fehlen. Die Frage, ob und wann die Behörden im Fall F. versagt haben, blieb dagegen generös unbeleuchtet.

Danach "Expertenrunde" im Studio: Ein Inzest-opfer, ein Medienpsychologe und ein Boulevard-journalist waren sich einig, dass Josef F. ein außerordentliches Verbrechen begangen habe. Mehr Erkenntnis gab's nicht. (Petra Stuiber, DER STANDARD; Printausgabe, 17.3.2009)

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derStandard.at/Panorama zum Prozess von Josef F.  in St. Pälten

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