Initiative gegen Zagreber Tito-Platz vorerst gescheitert

16. März 2009, 16:57
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Nach Entdeckung eines Massengrabs in Slowenien Volksabstimmung über Umbenennung gefordert

Zagreb - In der kroatischen Hauptstadt Zagreb sind Pläne für ein Referendum zur Umbenennung des Marschall-Tito-Platzes gescheitert. Die wichtigsten Parteien im Stadtrat seien sich über eine solche Volksabstimmung nicht einig geworden, zitierte die Zeitung "Vecernji List" am Montag den sozialdemokratischen Bürgermeister Milan Bandic in ihrer Online-Ausgabe. Die Initiative für ein Referendum hatte gefordert, die Abstimmung zeitgleich mit den Kommunalwahlen im Mai abzuhalten. Statt Marschall-Tito-Platz sollte der Platz - einer der wichtigsten der Hauptstadt - künftig Theaterplatz heißen.

Die Befürworter einer Volksabstimmung reagierten damit auf die Entdeckung eines Massengrabs in Slowenien Anfang März. Die bis zu 300 Toten dort sollen am Ende des Zweiten Weltkriegs von der kommunistischen Regierung Jugoslawiens ermordet worden sein. Josip Broz Tito stand der provisorischen Regierung Jugoslawiens seit 1943 als Ministerpräsident vor. Er war dann mehr als drei Jahrzehnte lang Staatschef Jugoslawiens, das aus den heute unabhängigen Republiken Bosnien-Herzegovina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien bestand. (APA)

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