Gemischte Gefühle nach der ITB Berlin 2009

16. März 2009, 16:58
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Erstmals dabei war in diesem Jahr das ostafrikanische Land Malawi - Interesse an Emiraten gesunken

Berlin - Die Zahl der Fachbesucher bei der diesjährigen ITB Berlin war mit 110.857 Gästen geringfügig höher als im Vorjahr. 42 Prozent der Fachbesucher kamen aus dem Ausland. Der begleitende Kongress konnte mit über 12.000 Teilnehmern (11.000) erneut einen Besucherrekord verbuchen. Großes Interesse herrschte auch an den Publikumstagen: Rund 68.114 private Besucher - 2008 waren es 67.569 - informierten sich über Reiseziele und Tourismus-Angebote. Insgesamt wurden 178.971 Besucher (177.891) in den Messehallen gezählt. Einige der Aussteller beklagten sich während der Fachbesuchertage allerdings über mangelndes Besucherinteresse.

"Mehr Marktteilnehmer denn je haben die führende Plattform der internationalen Reisebranche besucht. In Zeiten beschleunigten Strukturwandels und intensiveren Wettbewerbs haben sie sich konzentriert den bestmöglichen Überblick verschafft und nach neuen Geschäftsansätzen gesucht", so Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. Damit nehme die Reiseindustrie, anders als manch andere Branche, die Herausforderung aktiv an. "Konstante Fachbesucherzahlen belegen, dass die ITB Berlin auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld robust ist."

"Wir sind zufrieden, es hat sich gelohnt, mit einem eigenen Stand vertreten zu sein", meint Ralph Michaelsen, Director Travel & Tourism der Unister Gmbh. Das Leipziger Unternehmen, das Internetportale wie www.ab-in-den-urlaub.de betreibt, war das erste Mal auf der ITB Berlin mit einem Stand vertreten. "Der Unterschied ist deutlich spürbar. Der Messestand ist ein wichtiges Instrument für die Markenbildung und Präsenz beim Kunden - insbesondere für die Publikumstage am Wochenende." Der Ansturm an den Publikumstagen sei enorm gewesen, so Michaelsen. "Insgesamt spürten wir auf der ITB ein starkes Interesse an unseren Reisemarken. Besonders reges Interesse zeigen Hoteliers, Airlines und Veranstalter. Aber auch Reisebüros kamen an den Stand, sie wollten sich per Agenturvertrag den Verkauf von Reisepaketen unseres Veranstalters Urlaubstours sichern." Man habe die Tourismusmesse genutzt, um mit Partnern die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten und Umsatzpotentiale zu besprechen. Über den Messestand seien aber auch neue Unternehmen aufmerksam geworden, die mit konkreten Kooperationen aufwarten konnten. "Neu ist beispielsweise, dass auch Fremdenverkehrsämter verstärkt an einer Zusammenarbeit mit uns als absatz- und kontaktstarken Vertriebskanal interessiert sind", so Michaelsen.

Seit sechs Jahren zum ersten Mal wieder auf der ITB Berlin vertreten war das ostafrikanische Land Malawi. "Wir haben große Erwartungen in den Fremdenverkehr", meint Herbert Chihana, Tourismussekretär der malawischen Botschaft in Deutschland. "Mit der Teilnahme an der ITB wollen wir zeigen, dass unser Land Touristen viel zu bieten hat", meint Stan Phiri, Sales-Director von Sunbird-Hotels. Mit großen Erwartungen sind auch andere exotische Staaten auf die ITB gegangen. "Natürlich schwärmen Menschen von einem Urlaub in der Südsee, wie etwa in Fiji", meint Jo Tuamotu, der neue CEO von Fiji Tourism. Die Ankunftszahlen aus Europa scheinen das Interesse zu bestätigen. In der Südostasien-Halle präsentierten sich die großen Tourismusziele aus Fernost in gewohnter Manier: Geworben wird für das Lebensgefühl, die Kulinarik und die Schönheit der Landschaft und Kultur. Leichter Katzenjammer herrschte hingegen bei den Mega-Ständen der Emirate. Hier schien das jahrelang steigende Interesse zu einem Ende gekommen zu sein.

Die meisten Aussteller der ITB zeigten sich trotz der globalen Wirtschaftskrise optimistisch und waren mit ihrem Geschäftserfolg auf der Messe zufrieden. In einer während der Messe von der Fachhochschule Eberswalde durchgeführten repräsentativen Umfrage gaben sechs von zehn Ausstellern an, dass sie nicht von der Krise betroffen seien. Allerdings werde sich aus ihrer Sicht das Reiseverhalten verändern. 52 Prozent der Aussteller gehen von einer weiteren Verkürzung der Aufenthaltsdauer bei Reisen aus, 60 Prozent glauben an einen Boom bei Inlandsreisen und 68 Prozent rechnen mit einer verstärkten Nachfrage bei Last-Minute-Angeboten. Nach eigenen Angaben passen mehr als die Hälfte der Aussteller zurzeit ihre Produkte diesen veränderten Rahmenbedingungen an. (pte)

  • Nicht nur touristische Highlights, sondern auch Kunsthandwerk erzählen über die fernen Länder. Ein sehr schönes Beispiel war der Stand des ostafrikanischen Ruanda.
    foto: pte/weitlaner

    Nicht nur touristische Highlights, sondern auch Kunsthandwerk erzählen über die fernen Länder. Ein sehr schönes Beispiel war der Stand des ostafrikanischen Ruanda.

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