Rechter Aufmarsch trotz Verbots

16. März 2009, 18:47
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Kundgebungen für und gegen Waffen-SS-Gedenken in Riga - Gegendemo mit "Hitler kaputt"-Slogans - 13 Festnahmen

Riga - Rund um diverse Gedenkveranstaltungen, Kundgebungen und Protestaktionen zum so genannten "Tag der Legionäre" sind am Montag in Riga 13 Personen festgenommen worden. Nach Polizeiangaben versuchten drei davon, Blumenniederlegungen zum Gedenken an die gefallenen SS-Soldaten zu stören. Acht Personen wurden wegen des offenbar unberechtigten Tragens von Uniformen vorübergehend festgenommen, hieß es. Im Vergleich zu früheren Jahren verlief der inoffizielle Feiertag relativ ruhig.

Der der stark russisch-orientierten Partei "Für Menschenrechte in einem geeinten Lettland" angehörenden EU-Parlamentarerin Tatjana Zdanoka zufolge waren unter den Festgenommenen zwei führende Mitglieder des lettischen "Antifaschistischen-Komitees", das am Montag in Riga eine Konferenz veranstaltet hatte. Die Rigaer Stadtregierung hatte vergangene Woche Kundgebungen untersagt, aber gleichzeitig die Bevölkerung allgemein zum Niederlegen von Blumen beim Freiheitsdenkmal ermuntert.

Einige Dutzend Veteranen begaben sich um die Mittagszeit durch einen von Unterstützern mit lettischen Flaggen gesäumten Korridor vom Rigaer Dom zum Freiheitsdenkmal, wo sich ebenfalls einige Dutzend Gegendemonstranten eingefunden hatten. Die Polizei setzte zur Trennung der Gruppen mindestens 100 Beamte ein und sperrte den Platz teilweise ab.

Laut der lettischen Nachrichtenagentur LETA legten die Veteranen sowie im Laufe des Tages einige Hundert Unterstützer beim Freiheitsdenkmal Blumen nieder und stimmten "patriotische Gesänge" an. Teilweise in Lagergefangenen-Kleidung ausstaffierte Gegendemonstranten hätten mit Pfiffen und Schmährufen dagegen gehalten. Einige Medien berichteten von "Hitler kaputt"-"Stalin kaputt"-Schreiduellen zwischen den beiden Gruppen. (APA)

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    Die Rechtsextremen zogen mit rot-weiß-roten Fahnen durch Riga

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