Zweistelliger Millionenbetrag für den Sonntag

16. März 2009, 13:10
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Neue Titelzeile aufgrund der Mediaanalyse - Fleischhacker: "Freitag, Samstag und Sonntag, da können Verkaufszeitungen noch sehr lange Geld machen"

"Die Presse" ist angetreten, um den Sonntag zu "retten" und hat am Montag nach der ersten Sonntagsausgabe zu einer Blattkritik geladen. Ein zweistelliger Millionenbetrag wird in die Neuerscheinung investiert. Für die Gruppe entstehe ein "geplantes Minus", erklärte "Presse"-CEO Reinhold Gmeinbauer. Die verkaufte bzw. entnommene Stückzahl der ersten Ausgabe sei noch nicht bekannt. Ein Reichweiten-Ziel gebe es natürlich, dieses sei "sehr hoch", so Gmeinbauer, der sich jedoch keine Zahl entlocken ließ.

Erste Überlegungen für eine Sonntagsausgabe habe es bereits in den vergangenen Jahren gegeben, erste Nullnummern wurden im Vorjahr produziert. Aufgrund der Wirtschaftskrise wurde das Projekt dann jedoch verschoben. Nach Marktforschungen, die ein Potenzial von 860.000 Lesern sehen (die Druckauflage unter der Woche betrug laut ÖAK zuletzt 117.259, Anm.), und internationalen Vergleichen habe man sich schließlich entschlossen, diese "Lücke zu schließen", so Gmeinbauer.

Eine Neuerung gibt es auch im Blatt wochentags, denn ab sofort sind die Titelbalken der einzelnen Bücher - wie im neuen Sonntagslogo - blau hinterlegt. Dies sei aufgrund der Mediaanalyse notwendig, erklärte Gmeinbauer.

"Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker ist jedenfalls davon überzeugt, dass das Projekt Sonntagszeitung aufgehen wird. "Die Presse" werde sich von diesem Wochentag auch nicht mehr wegbewegen, betonte er. Nachdem es am Wochenende auch die größte Zeitungsauflage gibt, sei auch damit zu rechnen, dass die Anzeigenkunden den Lesern folgen.

"Drei Inseln" im Tageszeitungsgeschäft

Im Tageszeitungsgeschäft gibt es noch drei "Inseln", erklärte Fleischhacker: "Freitag, Samstag und Sonntag, da können Verkaufszeitungen noch sehr lange Geld machen. Man muss rasch die Positionen beziehen, die noch zu verteidigen sind." Dass die siebente Ausgabe mit der bestehenden Mannschaft gemacht wird, erklärte er mit "schlauer Organisation" und der Verschiebung kleinerer Bereiche auf den Sonntag. Als Herausforderung bezeichnete er die Aufgabe, abgesehen von den sechs Tageszeitungsausgaben ein "eigenes Gesicht" für die siebente Produktion zu schaffen.

Der Mindestumfang der Sonntagszeitung werde sich nach Angaben Gmeinbauers auf 56 Seiten belaufen. Während es für länger planbare Texte bereits einen früheren Redaktionsschluss gebe, können die aktuellen Meldungen - etwa aus dem Sport - bis zum Samstagabend ins Blatt gestellt werden. (APA)

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    foto: derstandard.at
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