Sauberes Wasser ist immer noch kein Menschenrecht

22. März 2009, 17:22
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Weltwasserforum in Istanbul zu Ende - mehr als ein Appell schaute dabei nicht raus

Istanbul - Mit lediglich einem Appell für eine bessere Trinkwasserversorgung ist das Weltwasserforum in Istanbul zu Ende gegangen. Die Delegierten aus mehr als hundert Ländern riefen am Sonntag dazu auf, mehr Menschen den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen zu ermöglichen. Eine schon vor drei Jahren beim Weltwasserforum in Mexiko geforderte Einigung auf ein Menschenrecht auf Wasser kam auch diesmal nicht zustande.

In der Abschlusserklärung zum Weltwassertag am Sonntag forderten die Teilnehmer gemeinsame Anstrengungen zur Lösung von Konflikten um Wasser, gegen Überschwemmungen und Dürren sowie eine bessere Nutzung und Verteilung der wertvollen Ressource. Der türkische Umweltminister Veysel Eroglu bezeichnete die Erklärung als "wichtiges Dokument", das künftig als Richtschnur auf Regierungsebene dienen werde.

Inoffizielles Abschlusspapier

Zum Missfallen vieler Teilnehmer verzichtete das Abschlusspapier allerdings darauf, sauberes Trinkwasser als Menschenrecht zu definieren. Frankreich, Spanien sowie Länder aus Afrika und Lateinamerika hatten sich während der einwöchigen Beratungen dafür eingesetzt, Wasser nicht nur als "menschliches Grundbedürfnis", sondern als Recht zu bezeichnen. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen waren insbesondere Brasilien, Ägypten und die USA dagegen.

Um ihre Unzufriedenheit mit dem Abschlussdokument zum Ausdruck zu bringen, unterzeichneten 20 Staaten ein eigenes Papier, in dem ein Grundrecht auf Wasser anerkannt wird. Dazu gehörten unter anderem Spanien, die Schweiz, Bangladesch und Südafrika.

Auf der siebentägigen Konferenz hatten rund 25.000 Politiker, Wasserexperten und Aktivisten darüber diskutiert, wie Milliarden Menschen besser mit sauberem Wasser und Sanitäranlagen versorgt werden können. Offiziellen Angaben zufolge haben weltweit rund 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser oder verfügen über keine Abwasserentsorgung. Der Klimawandel und die wachsende Weltbevölkerung drohen die Probleme weiter zu verschärfen. (APA/red)

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